Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1268113
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Buch. 
Die Frßihrenaissance. 
jetzt als Taddeo di Bartolo bezeichnet, mit höchster Zierlichkeit miniatur- 
haft ausgeführt. Aus dem Jahre 1461 datiren die Wandgemälde im 
Palazzo Pubblico zu Siena: an einem Pfeiler vor der Kapelle die 
h. Katharina von Siena, an einem andern der h. Bernhardin, sodann 
in einem Saale eine Madonna della Misericordia. 
In wie hohem Ansehen Vecchietta bei seinen Landsleuten stand, 
erkennen wir aus den zahlreichen Aufträgen meistens plastischer Art, 
Welche ihm fortwährend zu Theil wurden. Von seiner dankbaren Ge- 
sinnung zeugt das Anerbieten, welches er in seinen letzten Lebens- 
jahren (1476) seiner Vaterstadt machte, eine Christusstatue von Bronze 
und ein Altarbild der Madonna für das Hospital della Scala herzu- 
stellen und demselben zu schenken, auch sein sammtliches Vermögen 
nach dem Tode seiner zweiten Frau dieser Anstalt zu vermachen, 
wenn man ihm dort eine Kapelle überlassen und mit seinem Namen 
bezeichnen wolle. Die Behörde ging auf dies edelmüthige Anerbieten 
ein und beide Werke sind noch jetzt vorhanden, die Christusstatue im 
Dom, das Altarbild in der Sammlung der Akademie. Auf diesem 
bezeichnet er sich wieder als Bildhauer, auf derStatue als Maler. Er 
starb hochbetagt 1480. 
Als sein Schüler in der Malerei darf der berühmte Festungs- 
baumeister Francesco oli Giorgio gelten, 1439 geboren, 1506 gestorben, 
dessen Ruhm freilich am wenigsten "auf seinen Leistungen als Maler 
beruht. Man sieht von ihm mehrere Bilder in der Sammlung der 
Akademie; so eine Madonna mit zwei Heiligen vom Jahre 1470 aus 
dem Hospital della Scala, vom folgenden Jahre eine Krönung der 
Madonna, endlich eine Geburt Christi von 1475, die mit seinem Namen 
bezeichnet ist: Werke, in welchen eine auffallende Schwäche des Natur- 
gefühls sich verrath. Nicht besser ist eine Altarstaffel in den Uffi- 
zien Nr. 1304 mit drei Scenen aus der Legende des h. Benediet. 
Angesichts dieser Bilder kann man es nicht bedauern, dass Francesco 
nachmals sich ausschliesslich dem Festungsbau widmete. Wie hoch 
er nicht bloss als Ingenieur, sondern auch als Architekt geschätzt 
wurde, beweisen manche ehrenvolle Berufungen, namentlich sein Gut- 
achten über den Dombau von Pavia, seine Vorschlage für die Kuppel 
des Mailänder Doms, sein Modell für die Faeade von Sta. Maria del 
fiore zu Florenz. 
Mit Francesco durch gemeinsame Thatigkeit verbunden war 
Nerroccio di Bartolommeo, sein jüngerer Zeitgenosse, geb. 1447, der 
sich 1475, als Francesco die Malerei aufgab, als selbständiger Meister
        

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