Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1268071
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Buch. 
Die Frührenaissance. 
Sassetta seit 1447 ein Freskobild der Krönung Maria, das bei einer 
feierlichen Anordnung in herkömmlicher Weise sehr mangelhaft in der 
Durchbildung der Formen erscheint. Sassetta starb 1450. 
Den eigentlichen Beginn der neuen Zeit vertritt dann Domenico 
di Bartolo, zu Anfang des 15. Jahrhunderts zu Asciano geboren, zwar 
nicht ein N effe des Taddeo Bartclo, wohl aber aller Wahrscheinlichkeit 
nach sein Schüler. In die Malerzunft von Siena trat er 1428, und 
bis 1444 lässt er sich daselbst nachweisen. Oeifentlich bekannt wurde 
er zuerst 1434, als es sich darum handelte, den musivischen Schmuck 
des Marmorfussbodens im Dom mit einer Darstellung Kaiser Sigis- 
munds auszustatten, welcher kurz vorher Siena besucht hatte. Da 
indess kein Bildniss des Kaisers vorlag, so war die Nachricht sehr 
willkommen, dass nein gewisser" Domenico ein Porträt des Kaisers 
besitze (nhabbi certa statua ossivvero disegnio, il quale c simile alla 
faccia de la Cesarea Maestä"), welches man ihm nun abkaufte und ihn 
zugleich mit dem Entwurf für das Bild betraute. 
Die Bodenmosaiken des Doms zu Siena sind so einzig in 
ihrer Art, dass sie eine eingehendere Betrachtung verdienen. Eins 
der grossartigsten dekorativen Werke, an denen seit dem Ausgang des 
14. Jahrhunderts bis in die Zeit der Hochrenaissance zahlreiche künst- 
lerische Kräfte betheiligt waren, enthalten sie einen ganzen Bilder- 
cyclus, der mit einzelnen Gestalten beginnt und zu grossartigen histo- 
rischen Compositionen fortschreitet. Den Anfang machte man 1372 
mit dem Glücksrade, das sammt seinen Figuren ein Lieblingsgedanke 
der mittelalterlichen Kunst war. Ueberwiegend bleibt indess bei den 
früheren Arbeiten der bloss ornamentale Charakter, Wobei der Wechsel 
von weissem, rothem und schwarzem Marmor in gefälligen Formver- 
bindungen die Hauptsache war. Die frühesten der figürlichen Arbeiten 
sind mit eingegrabenen Umrissen in'der weissen Marmorplatte ausge- 
führt, die dann mit einer schwarzen Masse ausgefüllt wurden, so dass 
eine dunkle Zeichnung auf hellem Grunde entstand. Sodann änderte 
man, der besseren Wirkung wegen, die Technik und liess die hellen 
Figuren sich von einem schwarzen Grunde absetzen. Die einzelnen 
Compositionen umfasste man dann mit zierlichen Spitzbogenfriesen. 
Solcher Art sind die Gestalten der Klugheit, Mässigkeit, Gerechtigkeit 
und Stärke, diese grossartig schön und voll Anmuth; sie wurde 
1406 ausgeführt. An diese schliessen sich vor dem Chor die Scenen 
aus der Geschichte Josua's, 1423 nach Entwürfen eines Domenico di 
Niccolö ausgeführt: seine Schlacht gegen die Amalekiter; sein GGbOt
        

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