Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1268029
Kapitel. 
florentiner 
Die 
Schule. 
Generation. 
Zweite 
375 
Gegenstände antiker Mythe behandeln, welchen sie im Sinne jenen-Zeit 
durch phantastische Kostüme und anderes Beiwerk einen halb novep 
listischen, halb märchenhaften Charakter verleihen. So mehrere Bilder 
in den Uffizien, welche die Hochzeit des Perseus und die Geschichte 
der Andromeda in vier selbständigen Scenen schildenn (Nr. 21, 28, 38 
und 1246). Es sind die Bilder, welche er nach Vasarfs Bericht für 
Filippo Strozzi ausgeführt hat. Schweift hier der Künstler, durch Seinen 
phantastischen Zug getrieben, bis in's Barocke und Manierirte aus, so 
giebt er dagegen in dem Bilde der Nationalgalerie zu London, welches 
den Tod der Procris darstellt, eine ungleich feinere künstlerische 
Empfindung zu erkennen. Recht wunderlich ist das grosse Bild des 
Museums zu Berlin Nr. 107, welches vor einem Hintergrund von 
Myrthengebüschen in poetischer Landschaft Mars und Venus einander 
gegenüber schlummernd darstellt. Das Streben nach plastischer Durch- 
bildung der Formen hat hier den Künstler zu unerfreulicher Harte und 
Schärfe geführt. Immerhin erkennt man, dass Piero eine ziemlich 
unselbständige Natur war, in deren Schaffen sich die verschiedensten 
Richtungen und Einflüsse kreuzen, ohne zu einer Verschmelzung zu 
gelangen. Nach den Berichten Vasari's scheint er auch im Leben voll 
Wunderlichkeiten gewesen zu sein, ja sogar in menschenscheuer Ab- 
schliessung sich den Grillen eines Sonderlings hingegeben zu haben. 
Er starb 1521. 
Zu den spätesten Ausläufern der ilorentinischen Malerei dieser 
Epoche gehört endlich Bafaellino del Garbo, um 1466 als Sohn des 
Bartolommeo Üapponi geboren und hauptsächlich unter Filippino Lippi 
gebildet, obwohl auch bei ihm manche andere Einflüsse, namentlich 
von Seiten Peruginds, hervortreten. Er beweist, dass in jener lebens- 
vollen Epoche auch Künstler zweiten Ranges durch Ernst des Strebens 
sich gelegentlich zu sehr tüchtigen und anziehenden Leistungen zu 
erheben vermochten. Eine thronende Madonna mit zwei Heiligen vom 
Jahre 1500 und bezeichnet „Raphael de Caponibus" im Hospital von 
Sta. Maria nuova ist ein edles Werk, in welchem perugineske Innig- 
keit und florentinische Charakterkraft sich glücklich durchdringen. Eine 
andere thronende Madonna zwischen St. Hieronymus und St. Jacobus, 
in der Cappella Corsini bei Sto. Spirito vom Jahre 1502, bezeichnet- 
"RAPHÄL DE KROLIS" ist eins seiner anmuthigsten Werke. Aus 
demselben Jahre findet sich in Sta. Maria degli Angeli zu Siena 
abermals ein grosses Altarbild der thronenden Madonna mit vier Hei- 
ligen, in der Lünette darüber der segnende Gottvater, von Engeln
        

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