Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1267997
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Buch. 
Frührenaissance. 
Die 
ein Rundbild Nr. 1287, wo die Madonna allein vor dem Kinde kniet, 
während ihr gegenüber ein fast lionardesker Engel den kleinen Jo- 
hannes, den er unter den Armen gefasst hält, zum Knieen anleitet, 
und im Hintergrunde der müde Joseph in den Ruinen eingeschlafen 
ist (Fig. 116). Ganz ähnlich, nur in umgekehrter Anordnung, ein 
Bild in der Pinakothek zu München (IX. Saal 553), in Folge von 
Verputzung etwas zu kühl und licht im Ton. Weiter eine noch ein- 
fachere Wiederholung desselben Thema's im ersten Corridor der Üffi- 
zien Nr. 24. Wiederum ein ähnliches Rundbild, eine Vereinfachung 
jenes in den Uftizien befindlichen, in der Galerie zu Karlsruhe. Das 
Kind, zwischen den knieenden Eltern am Boden liegend und von diesen 
verehrt, Endet sich in einem schönen Bilde des Museums zu Neapel; 
ähnlich in der Galerie Borghese zu Rom und in der Pinakothek zu 
München (Kabin. Nr. 571). Die Mutter allein das Kind anbetend 
ist dann die letzte Vereinfachung dieses Themas; so in einem Bilde 
des Museums zu Berlin (Nr. 100), von fast elfenbeinerner Glätte der 
Ausführung mit poetisch gestimmter Landschaft; ebendort ein Rund- 
bild Nr. 89, etwas matt, aber harmonisch im Farbenton, gleichfalls 
mit schönem landschaftlichem Grunde. Auch die Nationalgalerie zu 
London besitzt unter Nr. 648 eine dieser einfacheren Gompositionen, 
von klarem Ton und gemüthvollem Ausdruck, aber wie gewöhnlich 
bei Lorenzo etwas steif und schwer in der Bildung der Hände und 
Köpfe.  
Eine Anzahl andrer Bilder führt die Madonna mit dem Kinde 
thronend vor. So eins seiner früheren Werke in der Sakramente- 
kapelle des Doms zu Pistoja, noch zart in den Formen, mit starken 
Anklängen an Lionardo, von gediegener und harmonischer Färbung, 
die Madonna selbst an Fra Filippo erinnernd. Neben dem Throne 
Johannes der Täufer und der h. Zenobius. Ebendort in Sta. Maria 
delle Grazie eine thronende Madonna mit vier Heiligen, leider in sehr 
üblem Zustande. Ein schönes Bild ähnlicher Art ist die thronende 
Madonna mit den Heiligen Nicolaus und Julian im Louvre, ehemals 
in Sta. Maria Maddalena de' Pazzi, ohne Frage eins seiner köstlichsten 
Werke, von besonders frischem, kräftigem Ton in energischem Farben- 
accord, die Carnation goldig warm, Zeichnung und Modellirung von 
hoher Vollendung. Vasari rühmt es als sein bestes Gemälde. Eine 
einfache, aber überaus schöne und innige Madonna mit dem Kinde 
befindet sich in der städtischen Galerie zu Mainz; eine andere mit 
dem Christkinde und dem kleinen Johannes in der Galerie Borghese
        

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