Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264098
Buch. 
Mittelalter. 
Das 
das zum Vertrauen auf Gottes Hülfe aufforderte, und zugleich als 
Symbol für die Auferstehung dienen mochte. Letztere wird direkt 
durch die Auferweckung des Lazarus angedeutet. Ihr steht, wie so 
oft in den altchristliclien Werken, das Wunder des Moses gegenüber, 
der ebenso den lebendigen Quell des Wassers aus dem starren Schoos 
des Felsens hervorlockt. David mit der Schleuder ist wie Daniel ein 
Zeichen des Gottvertrauens und wird in der altchristlichen Kunst als 
Vorbild Christi in seinem Siege über den bösen Feind aufgefasst. 
Ausser diesen Darstellungen finden sich von biblischen Geschichten 
schon früh die Parabel von den klugen und thörichten Jungfrauen, 
Jonas als Bild der Auferstehung, Noah in der Arche als Symbol der 
Taufe, Moses vor dem brennenden Dornbusch, die Geschichte des 
Tobias, das Mannalesen als Vorbild der Eucharistie und die Anbetung 
der Weisen. Letztere Darstellung hat wie es scheint den ersten Anlass 
gegeben, auch die Gestalt der heiligen Jungfrau in die christliche 
Kunst einzuführen. Bisweilen wird dabei der architektonischen Sym- 
metrie zu Liebe die Zahl der anbetenden Könige auf zwei beschränkt, 
oder auf vier erweitert. Aber auch vereinzelt und selbständig kommt 
die Madonna mit dem Ghristnskinde schon früh in den Gemälden der 
Katakomben vor. So in der sogenannten Katakombe von St. Agnese, 
wo Maria beide Hände zum Gebet ausstreckend im Brustbild erscheint, 
vor ihr, nicht von ihr gehalten, das Christuskind, auf beiden Seiten 
das Monogramm Christi, dessen Form diese Darstellung frühestens der 
constantinischen Zeit zuweist. Aber noch früher zeigt sich die Mutter 
Gottes in den Katakombengemalden. Vielleicht noch vom Ende des 
ersten Jahrhunderts ein Bild in S. Priscilla, welches Maria in einem 
lichten Schleier darstellt, das Kind in den Armen, über ihrem Haupte 
der Stern, auf Welchem ein vor ihr stehender Mann, vielleicht der 
Prophet J esaias, hinweist. Wiederholt findet man sodann Darstellungen 
einer Betenden, die nach der Sitte jener Zeit beide ausgestreckte Hände 
zum Gebet erhebt. Wo dieselbe, wie es bisweilen vorkommt, von 
zwei Lämmern umgeben ist, darf man vielleicht an Maria oder auch 
an die symbolische Darstellung der Kirche Christi denken. 
So weit die Geschichte der ältesten christlichen Kunst durch die 
jüngsten Forschungen aufgehellt ist, erkennt man deutlich, wie dieselbe 
in den ersten Jahrhunderten noch völlig an die antike Formgebung 
gebunden war. Nicht bloss der gesamrnte dekorative Charakter, die 
leichte ornamentale Einfassung von Fruchtschnüren, Blumengewinden, 
Väßßll, Vögeln, Masken und Genien ist der antiken Kunst entlehnt,
        

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