Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1267119
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Buch. 
Frührenaissan ce. 
Prokonsul und die Kreuzigung Petri. Dazu kommen noch die schmalen 
Eingangspfeiler, a.n denen man links Petrus im Gefängniss durch 
Paulus getröstet, rechts Petri Befreiung sieht. Darüber rechts Adam 
und Eva unter dem Baume der Erkenntniss, links die Vertreibung aus 
dem Paradiese. Es ist, als ob der 
    Künstler diese beiden Themata, 
f"? die dem Gedanken des Ganzen so 
k  fern stehen, sich ausbedungen 
w! Alf 4A iliiii   h"  Ken t iss des 
 will;   atte, um seine nn 
  ä Nackten zu beweisen. Bei dem 
ä,  A Es ersten Bilde (Fig. es) stehen die 
I? Ä     beiden Voreltern, wie man wohl 
   betont hat, allerdings etwas steif 
  1 und beziehungslos nebeneinander, 
hie, X      während die Schlange von oben 
  i;     herab höhnisch zuschaut, wie Eva 
   i; den Apfel zum Munde zu führen 
{l  i    im Blegrif ist. Adber gle; KÜIIlSÜ- 
flljal  ,_j5gi1ilii._ _ er ätte zagen es c wan eii 
ili 2:5 kaum bezeichnender ausdrücken 
Mut    können als hie1. geschehen; V01- 
iiäliiui {i ist"  T   Allem aber sind es die ersten 
likl i es? Ä  vollkommenen Aktüguren der mo- 
 91'   i,  dernen Kunst, entworfen mit dem 
f, V  3x   tiefsten Verstandniss des mensch- 
l  "  9 i;   lichen Organismus und zwar nicht 
:4ii1il g   bloss richtig, sondern in voller 
iilillliß  ß. Ä    Harmonie und Schönheit gezeich- 
iil   {liquid Ilet. Wie weit steht Hubert van 
d'   _  l  Eyck mit dem ersten Menschen- 
lKMtEß-iäv  paar auf dem Genter Altarbild 
Fig. 89. Die Vertreibung aus dem Paradiese. hinter diesen Schöpfungen zurück, 
V0" Masaccm Ca'mi"e' bei denen freilich das Studium 
der Antike den Meister unter- 
stützt hatte. Noch durchgebildeter freilich sind die Gestalten auf der 
Vertreibung aus dem Paradiese (Fig. 89), noch freier und meisterhafter 
gezeichnet und im Ausdruck leidenschaftlichen Schmerzes (Donatello  
hätte ihn wohl hässlicher, aber nicht lebendiger geschildert) so be- 
wundernswürdig bewegt, dass Rafael diesen Werken den höchsten
        

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