Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1266863
II, Kapitel. 
Die florentiner Schule. 
Erste 
Generation. 
269 
trotz der zierlichen gemalten Renaissancehalle kaum über die conven- 
tionelle Schranke des 14. Jahrhunderts. Dasselbe gilt von der Grab- 
legung, einer innig ergreifenden, aber ebenfalls noch ganz giottesken 
Composition. Weiterhin sieht man die thronende Madonna in einer 
edlen Renaissance-Nische, jederseits von vier stehenden Heiligen um- 
geben, würdevolle Gestalten von bedeutender Kraft der Modellirung 
und Charakteristik, die indess wenig Beziehung zu der Hauptfigur 
verrathen. Das Kindehen auf dem Sehooss der Mutter mit der Welt- 
kugel in der Hand und der segnenden Rechten ist noch völlig bekleidet, 
Christus als Pilger. 
Von Fiesole. 
S. Marco. 
im Sinne des Mittelalters. Auch in der Madonna herrscht noch die 
feierliche echt religiöse Auffassung. Kräftige Modellirung in ener- 
gischem Seitenlicht, das sogar in den Schlagschatten der Pilaster- 
kapitale der gemalten Rückwand zu völlig plastischer Wirkung ver- 
werthet ist, endlich das flüssige und lichte, dabei aber doch kräftige 
Kolorit geben diesem Bilde eine bedeutende Wirkung. Auffallend ist 
hier, wie immer bei F iesole  die vornehme schmale Form der edel 
gezeichneten Hände. Weiterhin findet man in einer Zelle die Aufer- 
stehung Christi, eine der herrlichsten unter diesen Compositionen. 
Während die edle Gestalt Christi in einer Strahlenmandorla aufwärts 
schwebt, treten die Gestalten der frommen Frauen mit ihren Salbgefässen
        

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