Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1266785
Kapitel. 
{lorentiner 
Die 
Schule. 
Generation. 
Erste 
261 
zur höchsten Entfaltung brachte. Aus den Kämpfen der Parteien war 
1378 der Sieg der Demokratie hervorgegangen, und schon mit Salvestro 
de' Medici tritt dies berühmte Geschlecht in den Vordergrund des poli- 
tischen Lebens. Es war die einsichtsvollste Staatsklugheit, welche die 
Mediceer veranlasste, sich auf das Volk zu stützen, und so erwuchs, 
recht im Gegensatze zu der starren Aristokratie Venedigs, eine Demo- 
kratie der edelsten Art, in welcher die Besten und Weisesten zwanglos 
die Herrschaft ausübten. Giovanni de' Medici legte dann durch seine 
unermesslichen Reichthümer den Grund zur eigentlichen Grösse des 
Hauses, und der grosse Cosimo, nach ihm dann dessen Enkel Lorenzo, 
dem man den Beinamen il Magnifico gegeben hat, führten über Florenz 
eine Zeit höchster Kulturblüthe herauf. Zwar unterbrachen kurze Ver- 
schwörungen der alten Adelsgeschlechter noch einige Male den ruhigen 
Entwicklungsgang; Cosimo selbst wurde bei dem Aufstand der Albizzi 
(1433) in die Verbannung geschickt, aber schon nach einem Jahre 
zurückgerufen. Ebenso bestand 1478 Lorenzo die weit gefährlichere 
Verschwörung der Pazzi, deren Mordanschlag bei feierlichem Gottes- 
dienst im Dom auf das Signal der aufgehobenen Hostie losbrach. Lo- 
renzo entging mit genauer Noth den Dolchen der Mörder, welche den 
Giuliano todt niederstreckten. Als dann das Volk sich für die Medici 
erhob, die beiden geistlichen Meuchelmörder in Stücke hieb und den 
mitverschworenen Erzbischof von Pisa an einem Fensterkreuz des 
Signorenpalastes aufknüpfte, traf der Bannstrahl Sixtus IV. die Stadt. 
Aber so selbstbewusst und mächtig zeigte sich die Republik, dass sie 
die Priester trotz des Interdikts zu ihren Funktionen zwang; Lorenzo 
aber Wusste durch Tapferkeit, Klugheit und Hochherzigkeit die über 
die Vaterstadt heraufbeschworene Gefahr zu besiegen. Erst Savonarola's 
phantastischer Traum einer mönchisch-theokratischen Republik unter 
Christus als Staatsoberhaupt brachte der Glanzzeit des mediceischen 
Florenz ein Ende. 
Innerhalb jener Epoche aber, die das ganze 15. Jahrhundert um- 
fasst, bemerken wir einen Aufschwung des gesammten Lebens, der 
damals die schöne Arnostadt _zum geistigen Mittelpunkt Italiens machte. 
Seit die Stadt 1421 von den Genuesen Livorno erworben hatte, drangen 
die florentinischen Seeschiffe bis zu den fernsten Häfen der damals 
bekannten Welt, bis nach Konstantinopel und dem schwarzen Meere, 
bis Morea und den kleinasiatischen Handelsplatzen, bis Alexandrien, 
Tunis und Spanien, selbst bis England, Frankreich und Flandern. 
Üeberall hatten die Medici ihre Comptoire und benutzten ihre Ver-
        

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