Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1266553
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Buch. 
Die F ri 
ihrenaissance. 
Sie bilden den Grundstock der Vaticana und zeugen in ihrer pracht- 
vollen Ausstattung und den vornehmen Einbänden mit silbernen 
Spangen von der liebevollen Fürsorge, welche diese Schätze gesammelt 
hat. Gegen 40,000 Scudi soll der Papst bloss für Bücher ausgegeben 
haben. Auch einzelne Gelehrte reisten namentlich nach Byzanz, um 
dort die griechische Sprache zu erlernen, deren Kenntniss in Italien 
gegen Ende des Mittelalters so gut wie ausgestorben war. Sie brachten, 
dann ansehnliche Bücherschätze als kostbarste Beute zurück. S0 
Aurispa, der nicht weniger als 238 Handschriften antiker Schriftsteller 
entführte; so kurze Zeit darauf Filelfo, so Guarino von Verona, der 
das Unglück hatte einen Theil seiner griechischen Bücher auf der See 
einzubüssen, und der darüber vor Kummer ergraut sein soll. Zu den 
bedeutendsten Büchersammlern gehörte dann der aus Griechenland 
stammende Kardinal Bessarion, der für die Sammlung einer Bibliothek 
von 600 Bänden gegen 30,000 Groldscudi ausgegeben hatte. Er ver- 
machte diese ansehnliche Sammlung der venezianischen Republik, wo 
sie den Grundstock der späteren Bibliothek von S. Marcc bildete. 
Neben den Büchern iing man dann auch an, antike Kunstwerke 
aller Art, namentlich Münzen und Medaillen, Statuen, Büsten, Reliefs 
und Inschriften zu sammeln. "Von dem Museum der Mediceer in 
Florenz war schon die Rede. Besonders aber machte sich um diesen 
Zweig der phantastische Cyriacus von Ancona verdient, den die un- 
stete Wanderlust mehrmals nach Griechenland und den Inseln, nach 
Byzanz und Kleinasien, selbst bis Damascus und nach Aegypten bis 
Alexandrien trieb. Ihm verdanken wir sogar die ersten Nachrichten 
über Athen und seine Denkmäler, die im Mittelalter völlig verschollen 
gewesen waren. Seine Schriften aber sind wie sein ganzes Treiben 
phantastisch unklar, geben indess ein lebendiges Bild von der Mannig- 
faltigkeit der Bestrebungen jener Zeit. 
Besonders suchte man nun überall nach Lehrern, welche als 
Führer in die antike Literatur dienen konnten. Die angesehenen Städte, 
Florenz an der Spitze, und die verschiedenen Fürstenhöfe wetteiferten, 
tüchtige Lehrer zu gewinnen. Diese wanderten dann oft von einer 
Stadt zur andern, um die Kunde des klassischen Alterthums zu ver- 
breiten, und nicht bloss die Jugend, sondern auch die reifen Männer, 
unter ihnen die angesehensten und vornehmsten, drängten sich zu den 
Lehrstühlen dieser Wanderprofessoren; ja nicht selten reisten die 
eifrigen Schüler diesen von Stadt zu Stadt nachÄ Einer der ersten 
War Giovanni da Ravenna, in der Verehrung Petrarca's aufgewachsen,
        

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