Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1266407
Erstes 
Kapitel. 
Die 
Kultur  der 
italienischen 
Frührenaissance. 
Der Anbruch der neuen Zeit wird bezeichnet durch die Befreiung 
des Individuums von den Fesseln der Tradition, von den Banden des 
rein corporativen mittelalterlichen Lebens. In Italien tritt diese mächtige 
Bewegung, welche die Welt umgestalten sollte und die noch heute in 
ihren Entwicklungen nicht abgeschlossen ist, über ein Jahrhundert 
früher auf als anderswo. Während der mittelalterliche Mensch im 
Norden noch im dumpfen Banne seiner kirchlichen oder weltlichen 
Genossenschaft liegt, erhebt sich in Italien mit jugendlicher Kühnheit 
die Macht des freien, auf sich selbst gestellten Individuums. Diese 
Bewegung hat alle Vorzüge, aber auch alle Fehler der Jugend. Indem 
sie keck die Schranken niederwirft, in welche ein frommer Kinder- 
glaube die Welt eingeschlossen, kann es nicht fehlen, dass im schäu- 
menden Uebermuth auch manches Ehrwürdige, Geheiligte angetastet 
wird: aber dafür entschädigen alle jene hohen Güter, welche der 
Menschheit nur aus der Entfesselung der Subjectivität mit der Fülle 
ihrer wunderbaren Kräfte zu Theil werden konnten. 
wMit grosser Bestimmtheit bricht sich diese Richtung schon seit 
dem 18. Jahrhundert in der Gestaltung des politischen Lebens Bahn. 
Kaiser Friedrich II. gab das erste Beispiel eines völlig modernen, 
voraussetzungslosen und vorurtheilsfreien Fürsten. Neben und nach 
ihm erstanden in den Städten des mittleren und oberen Italien zahl- 
reiche kühne Emporkömmlinge, die mit allen Mitteln von Gewalt,
        

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