Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1266377
220 
I. Buch. 
Mittelalter. 
Das 
Bewegung, aber schon machen sich Elemente geltend, welche aus dem 
Banne kirchlicher Ueberlieferung die Kunst mitten in die Natur und 
die Wirklichkeit des Lebens hinauszuführen streben. Wohl ist es 
richtig, dass Giottds Stil bald zu einer allgemeinen Convention wurde, 
welche vielfach dann zur Erstarrung führte; aber das ist überall der 
Fall, wo ein bahnbrechender Meister mit schöpferischem Genius neue 
Formen schafft, in denen eine ganze Zeit ihr Ideal verwirklicht sieht. 
Andrerseits ist auch nicht zu verkennen, dass der Drang nach Natur- 
wahrheit und lebensvoller Wirklichkeit, welchen Giotto der Kunst ein- 
gepflanzt hatte, in einer Reihe tüchtiger Meister fortwirkte und Früchte 
trug. Angelo Gaddi, Antonio Veneziano und Orcagna, vor Allem 
Altichiero und Avanzo bezeichnen in ihren Werken einen entschiedenen 
Fortschritt, zugleich die Grenze und Höhe dessen, was innerhalb der 
mittelalterlichen Anschauung die Naturauffassung zu erreichen ver- 
mochte. Ihr zum vollen Siege zu verhelfen, bedurfte es der gewal- 
tigen Strömung einer neuen Zeit, die mit dem Beginn des 15. Jahr- 
hunderts heraufziehen sollte.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.