Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263941
Erstes 
Kapitel. 
Altchristliche 
Epocha 
(Bis 
des 
Ende 
Jahrhunderts.) 
Zwei höchste Erscheinungsformen des Schönen hat die Welt 
gesehen: die griechische Plastik zur Zeit des Phidias und die italie- 
nische Malerei zur Zeit RafaePs. Fast zwei Jahrtausende liegen da- 
zwischen mit dem Untergang der antiken Welt und demlEntstehcn, 
Wachsen, Mächtigwerden des Christenthunis. S0 lange bedurfte der 
Genius der Menschheit, um sich abermals zur Offenbarung vollkom- 
mener Schönheit aufzuschwingen.  
In der That, nur mit den edelsten Schöpfungen des hellenischen 
Meissels lassen sich die Meisterwerke des italienischen Pinsels ver- 
gleichen, Wie jene dem klassischen Alterthum den vollendeten Ausdruck 
Sßillßr lIÖChStGH Gedanken, so schufen diese der christlich-mittelalter- 
liehen Epoche eine nicht minder vollendete Sprache für ihre erhahensten 
Ideen. 
Es war nicht von ungefähr, dass die Aufgabe, Welche im Alter- 
thum der Plastik gestellt ward, in der christlichen Epoche der Malerei 
anheim fiel, dass jene bei den Griechen, diese in der christlichen Zeit 
die götterbildende Kunst wer. Die Plastik hat es mit der vollendeten 
Darstellung der menschlichen Gestalt in ihrer naturgemässen Schönheit, 
ihrer vollen normal durchgebildeten Form zu thun. Wo die Vorstel- 
lungen des Göttlichen wie bei den Griechen auf der Personificatiou 
von Naturkräften beruhen, da, vollzieht sich die künstlerische Aus- 
prägung dieser Gestalten nothwendig in derjenigen Kunst, welche ihre
        

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