Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1266151
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Buch. 
Mittelalter. 
Das 
kehrt bei den Gemälden auf der Rückseite der Pala d'oro in S. Marco 
wieder, die er inschriftlich mit seinen Söhnen Lucas und Johannes 
um 1345 ausführte. Auch das Bild in der Galerie zu Stuttgart, 
inschriftlich von einem Paulus mit seinem Sohne 1358 gemalt, und 
in sehr eigenthümlicher Art den Sturz des Heidenthumes darstellend, 
ist von seiner Hand, denn es verräth dieselbe byzantinische Grundlage 
mit einzelnen Anklängen an die Weise Giotto's. Aus demselben Jahre 
stammt ein Bild mit der Krönung der Jungfrau bei Hrn. Maillinger 
in München, ebenfalls von Paulus mit seinem Sohne Giovanni gemalt. 
Von einem andern venezianischen Künstler Laurentius besitzt die 
Akademie zu Venedig eine Verkündigung von 1357, der Dom zu 
Vicenz a eine stark beschädigte Altartafel mit dem Tode der Madonna 
von 1366, das Museum Correr zu Venedig eine sehr gediegen in 
leuchtenden Farben durchgeführte Tafel, welche den thronenden Er- 
löser zwischen den Aposteln darstellt, vom Jahre 1369, endlich von 
1371 zwei Bilder in der Akademie, unter welchen die Verkündigung 
zwar etwas steif, aber von anmuthigem Ausdruck ist. Endlich sieht 
man im Louvre eine thronende Madonna vom Jahre 1372, welche, 
wie alle seine Bilder, in einer gediegenen Tempera mit etwas dunklen 
Tönen durchgeführt ist. 
Um dieselbe Zeit begegnen wir einem Pfarrer von St. Agnese 
Namens Stefanus, der ebenfalls als Maler thätig war. Im Museum 
Correr sieht man von ihm eine Madonna vom Jahre 1369, in der 
Akademie eine Krönung der Jungfrau von 1381, von ihm selbst in 
seine Kirche gestiftet, wiederum stark byzantinisirend, in zähem ge- 
stricheltem Farbenauftrag. Auch von Niccolo Semitecolo, von welchem 
die Akademie eine Krönung der Jungfrau von 1351 sammt kleinen 
Darstellungen aus dem Leben Christi besitzt, kann man sagen, dass 
die byzantinische Auffassung überwiegt, obgleich einzelne giotteske 
Anklänge vorkommen. Diese ganze venezianische Malerei verräth sich 
als die Kunst einer reichen Kaufmannsstadt, die beim Mangel eines 
geistigen Lebens sich mit glänzenden Aeusserlichkeiten begnügt, durch 
ihre insulare Lage ohnehin von den Lebensströmungen des Festlandes 
abgeschnitten, durch den regen Handelsverkehr mit der Levante da- 
gegen byzantinischen Einiiüssen preisgegeben. 
Gehen wir an der Ostküste weiterisüdwärts, so finden wir in der 
Mark Ancona einzelne Künstler, von denen bezeugt ist, dass sie in 
Giottds Werkstatt gelernt haben. Der angesehenste unter ihnen War 
Allegretto Nucci aus Fabriano, aus dessen Schule nachmals der treff-
        

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