Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1265748
Kapitel. 
III. 
Gothische 
Epoche. 
161 
der Maler sich die undankbare Mühe gegeben hat, alle die Einthei- 
hingen, in welche Dante's Gedicht die Verdammten einpfercht, nach- 
zubilden. Das stark überarbeitete Bild ist auch durch die schweren 
stumpfen Farbentöne widcrwartig.  Voll grossartiger Schönheit dagegen 
empfängt uns auf der gegentibcrstehenden Wand das Paradies, Oben 
thront in einer Tabernakelnische Christus neben der Madonna. (Fig. 60), 
er in blauem, sie im Weissen Mantel. Gestatlten von grandioser Con- 
ccption, zugleich bei Maria in's Anmuthige gewendet. Darunter zwei 
schöne musicirendc Engel, der eine mit der Geige; der ganze übrige 
Raum angefüllt mit unzähligen reihenweise angeordneten Engeln, Hei- 
Aus dem jüngsten Gericht von Andrea Orcagna. 
S. Maria Novella. 
ligen und Seligen, eine ziemlich formlose Disposition, die aber durch 
die hohe Schönheit, die lebensvolle Charakteristik der. Gestalten, die 
Mannigfaltigkeit edler Gewandmotive bedeutsam wird. Man zählt nicht 
weniger als zwölf Reihen und in jeder auf beiden Seiten je sieben 
Figuren. Dazwischen zeigt sich ein Ausschnitt wie ein grosses Fenster, 
mit dem Ausblick in eine Landschaft, durch welches man viele Gre- 
stalten eintreten sieht. Ganz unten rechts führt ein Engel den Stifter 
des Bildes mit seiner Gemahlin in_ die Chöre der Seligen ein. Das 
ganze Werk ist erfüllt von einem einzigen Accord himmlischen Jubels, 
und im gesammten Mittelalter werden wir uns vergeblich nach einer 
ähnlich poesievollen Schilderung der Seligkeit umßßllßllßll- Der F erben- 
ton ist licht und rein, eher warm als kühl, die Gesichter zeigen ein 
Lüb ke, Italien. Malerei. I. u
        

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