Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1265484
III. Kapitel. 
Gothische Epoche. 
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des h. Franziskus enthält. Er selbst zwar sitzt in einem steifen Diako- 
nengewand; das Von Gold starrt, fast unbeweglich wie ein Götzenbild 
auf seinem Thronsessel, aber die köstlichen Schaaren jubelnder, singen- 
der und Pßßalmender Engel, Welche den Thron auf beiden Seiten 
einschliessen, erfüllen das Ganze mit dem Zauber mannigfaltigster 
Schönheit. 
      
dergwunderbaren S eis   s ge Pflinen.  eme Darstellung 
dirten Raume des Klogldiigs, ältaialnällilialfaz zilimi: i Oliielmagazin (legmf- 
Christi und der lebendi S h'ld  d V  n er' Gr-(issartlgkelt 
 gen c 1 eiung es oigauges die Zuge Giotto- 
scher Kunst. Endlich sind auch in Ravenna in einer Kapelle {von 
S. Giovanni Evan gelista die Gewölbgemälde der vier Evangelistgn 
und der Kirchenvater wegen der Grösse und Macht ihres Stiles wohl 
auf Giotto zurückzuführen. 
Von Tafelgemaldeil Giotto's ist nicht viel erhalten, und das wenige 
Vorhandene kann sich an Bedeutung mit seinen WVandbildern nicht 
messen. Von den grossen Kruzifixen, die er gemalt, ist eins in 
S. Marco zu Florenz, ein anderes in einer Kapelle von Ognis- 
santi erhalten, beides Werke von machtigem Eindruck. Aus Ognis- 
santi stammt auch die grosse thronende Madonna mit Heiligen und 
Engeln, welche man in der Sammlung der Akademie sieht, ungemein 
feierlich noch in alterthümlicher Auffassung, die Büste der Madonna 
auffallend voll und fast üppig modellirt, die Engel von Weicher Schön- 
heit, die Modellirung namentlich in den Gewändern schon sehr weit 
durchgeführt, so dass das Werk wohl in die spätere Zeit des Meisters 
zu setzen ist. Endlich besitzt die Brera zu Mailand eine thronende 
Madonna, die wiederum mit dem Namen des Künstlers bezeichnet. ist, 
und zu Paris im Louvre sieht man ein grosses Tafelbild, welches 
aus S. Francesco zu Pisa stammt und schon von Vasari erwähnt wird. 
Der h. Franziskus, welcher stigmatisirt wird, mächtig im Ausdruck 
leidenschaftlicher Ekstase, das Gewand grossartig und breit angelegt, 
der Farbenton bräunlich grau und kühl; aber die ganze Behandlung 
spricht entschieden gegen die Urheberschaft Giotto's. 
Die Bildwerke, welche nach Giotto's Entwürfen am Glocken- 
thurm des Domes ausgeführt wurden, stellen die Entwicklung der 
menschlichen Kultur dar, mit der Erschaffung des ersten Menschen- 
paars beginnend. Wir sehen dann Adam ackernd, Eva spinnend; ferner 
wird das Hirtenleben, die Erfindung der Musik, die Schmiedekunst
        

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