Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1265414
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Buch. 
Das Mittelalter. 
der Lebendigkeit der Auffassung, der Frische der Charakteristik, -der 
gesammten stilistischen,Entwicklung, namentlich auch den reicheren 
architektonischen Gründen bilden sie einen Uebergang von den padua- 
nischen Werken zu den späteren, so dass' man zu der Annahme ge- 
drängt wird, Giotto habe sie am Anfang seines zweiten Aufenthalts 
in Assisi ausgeführt. Interessant ist namentlich bei der Heimsuchung 
(Fig. 48) die feine Variante im Vergleich zu dem Bilde in der Arena. 
Ueberaus lebendig ist die Geburt Christi geschildert, aber hier wie in 
der Anbetung der Könige fehlt es nicht an gewissen traditionellen 
 Zügen, z. B. das Christuskind, das 
  dem vor ihm knieenden Grese mit 
giwuhwög  dem Händchen in's Haar fährt. 
   i". Frappant sind namentlich die Ne- 
lxxx    benfiguren dei Ißegleiter, welche 
  {Q 1I1 der Arena keine so grosse Rolle 
 g,  K spielen. Sehr verwandt ist wei- 
"f  .   ter die fein gefühlte Darbringung 
 M,  {lt nx im Tempel,- und auch die Flucht 
 l i, ,      " nach Aegypten wiederholt sich 
   {iltpxgg   . Ä mit den Hauptzügen in der Arena. 
  xgigiyßl  p Ueberaus dramatisch ist wieder 
 Q  g   Mi  ex wlp. i der bethlehemitische Kindermord, 
 pi! ll  1 weniger ansprechend der zwölf- 
 , yrf im 3;,    i; jährige Christus im Tempel, von 
. I?  idyllischer Anmuth dagegen die 
_ e: M W    Heimkehr der h. Familie nach 
 Wß?"  Bethlehem. Ün emein ener isch 
Fig.48. Heimsuchung. Giotto. Assisi. und leidensehaftlfch 13.1; die Kiuzi- 
gung dargestellt (Fig. 49); das 
Motiv der verzweiflungsvoll zurückgeworfenen Arme, welches bei dem 
Johannes der Arena so erschütternd wirkt, ist hier, kaum minder 
ergreifend, einer der klagenden Frauen zugetheilt. Minder ansprechend 
sind die vier Bilder aus dem Leben des h. Franziskus. 
Den Abschluss seiner dortigen Arbeiten bilden nun die vier grossen 
Compositionen, welche die Kappen des mittleren Kreuzgewölbes füllen. 
Sie schildern in allegorischer Weise die drei Tugenden, Armuth, 
Keuschheit und Gehorsam, welche das Ordensgelübde ausmachen, und 
schliessen mit einer Apotheose des Heiligen. Aus dem symbolischen 
Wust dogmatischer Mönchsphantasie hat der Künstler hier in der
        

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