Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1265291
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Buch, 
Mittelalter. 
Das 
andre Männer sichtbar werden. (Fig. 42.) Neben dem Prinzen sieht 
man nun, dicht an einander gereiht, Dante mit dem feinen jugendlichen 
Kopfe und klassisch edlen Profil, daneben die energischen Züge Corso 
Donatfs, des Hauptes der Schwarzen, mit dem lauernden Ausdruck in 
den schmal geschlitzten Augen, und endlich, wenn die Ueberlieferung 
Recht hat, den scharf geschnittenen Kopf Brunetto Latini's, des Lehrers 
Dante's. Die höchst {bedeutsame individuelle Charakteristik zeugt von 
der hoch entwickelten Por- 
ä  , trätauffassun Gi0tt0's. 
äw  Wichtigär indess ist für 
.   uns die Betrachtung jenes 
Cflä x Q  grossartigen Cyclus in der 
 ,   Madonna dell' Arena zu 
9  Padua, Welche die volle 
L   Meisterhohe des Kunstlers 
 w f  bezeichnen. Die Kapelle, 
( w;  von dem reichen Paduaner 
 ' Bürger Enrico Scrovcgno 
 Q,I errichtet, wurde seit 1303, 
   wo der Bau vollendet war, 
 l '  durch Giotto mit Wandge- 
 J   maldcn vollig ausgestattet. 
l) ßfff X f;  Es ist ein einschiffiger go- 
ß thischer Bau, mit einem 
Fig- 42. Dante, Corso Donati und Brunetto Latini. Tonnengewölbe bedeckt? ab" 
Von Giotto, im Bai-gelle zu Florenz. geschlossen von emem etwas 
schmaleren polygonen Chor. 
Giotto malte hier das Leben der Maria und Christi; den Abschluss 
des Ganzen macht an der Eingangswand nach alter Sitte eine grossc 
Darstellung des (Jüngsten Gerichts, als ernste Mahnung für den wieder 
in die Welt Hinaustretenden. In nicht weniger als 38 Bildern sind 
die heiligen Geschichten erzählt, in drei Reihen über einander sich 
hinziehend. Ein schönes Ornamentband rahmt die einzelnen Bilder 
ein; das Ganze schliesst nach unten ein gemalter Marmorsims ab, 
auf Consolen und Pilastern ruhend, zwischen welchen jederseits sieben 
Figuren von Tugenden und Lastern dargestellt sind. An der Triumph- 
bogenwand gegen den Chor hin sieht man Christus in der Glorie 
thronend, von Engeln umgeben, dabei Weiter unten an den Seiten die 
Verkündigung. Giotto zeigt sich hier überall als einen der lebens-
        

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