Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1265055
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Buch. 
Mittelalter. 
Das 
Jünglinge zeigen einen so hohen Schönheitssinn, wie weder vor noch 
lange Zeit nach ihm er bei irgend einem Andern anzutreffen ist. Die 
Technik endlich verräth noch die ganze Sorgfalt und Zierlichkeit der 
Byzantiner, sowie ihre reiche Anwendung von Gold und Ornamenten. 
Auf der Predella giebt er in 18 Bildern Scenen aus der Geschichte des 
Erlösers vor und nach seinem Leiden, beginnend mit der Verkündigung, 
schliessend mit dem Tode und 
X ßfx der Beerdigung seiner Mutter. 
 F h,  N So ist das Bild denn der Gipfel- 
K s ' s,   I, punkt dessen, was die damalige 
X K  I , m] XN Kunst irgend zu erreichen ver- 
iv I. 1  W yppixx mochte, und Wohl durfte der 
 wxä  1;; " Künstler auch in der schönen 
X  {b 7- w N Inschrift ein Zeugniss seiner in- 
f 47   , K, l nigen Empfindung "aussprechen: 
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     halt, Weil er so Dich hat ge- 
(b!    K.  malta.) 
 I!    Wir haben damit die Kunst 
l K   "X der romanischen Epoche bis zu 
 x 5 Kb .3  , ihrem Abschluss verfolgt. Werfen 
 wir einen Rückblick, so fanden 
wir in der ersten Hälfte dieses 
ßieno.     
Fig. 38. Aus Duccids Altarwcrk in Siena.  
altchristliche Tradition wie die 
byzantinischen Einflüsse von Verwilderung aller Art überwuchert. Aber 
schon seit der Mitte des 12. Jahrhunderts beginnt jene mächtige Be- 
vsiegung, in welcher die Nation sich aufrafft und rasch eine bedeutende 
Höhe der Kultur erreicht. Sie bildet sich ein Ideal, das sie mit nach- 
drücklicher Kraft in künstlerischen Werken ausspricht. Sie bedarf dazu 
eines neuen Zurückgreifens auf die Tradition, eines Anknüpfens an die 
byzantinische Üeberlieferung, deren technisches Verfahren ihr die uner- 
lässliche Grundlage darbot. Zugleich kamen ihr aus der Plastik eines 
Niccolo Pisano Anregungen antiker Kunst, deren Einfachheit und
        

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