Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264805
Kapitel. 
Epoche. 
Byzantinisch-Romanische 
79 
typisch feierlicher Erscheinung darstellt. Ein Nachklang derselben 
Anschauungsweise findet sich ferner in der nördlichen Seitcnapsis des 
Domes Zu Triest, Welches; ähnlich dem Dom zu Torcello, die thro- 
nende Madonna und darunter einen Fries mit den zwölf Aposteln ent- 
hält. Man sieht hier überall die Zeugnisse des immer stärker hervor- 
dringenden Madonnenkultus. Aus S. Cipriano auf Muyano dstajjnmt 
endlich das, durch König Friedrich Wilhelm IV. in die Apsis der 
Friedenskirche zu Sanssouci bei Potsdam versetzte Mosaikbild, welches, 
abweichend von jenen andern, den segnenden Heiland zwischen Maria, 
und Petrus, Johannes dem Täufer und S. Cyprianus darstellt, ein 
tüchtiges Werk vom Anfang des 12. Jahrhunderts. 
Periode. 
Von 1175- 
4300. 
Noch im 11. Jahrhundert fanden wir Italien den nordischen Län- 
dern, namentlich Deutschland in jeglicher Civilisation, wissenschaftlichem 
und künstlerischem Leben weit nachstehend. Dies Verhaltniss sollte 
sich im Laufe des 12. Jahrhunderts völlig umgestalten. Italien hatte 
allmählich die schlimmen Folgen der inneren Zerrüttung, des allge- 
meinen sittlichen und intellektuellen Verfalls überwunden. Nach den 
Jahrhunderten der Verwilderung, der stürmischen Gahrung hatte sich 
ein Zustand herausgebildet, der uns den Geist der Nation in rascher 
Erhebung zeigt. Die Mischung mit germanischen Elementen, welche 
das Land besonders in Oberitalien bis nach Toskana hinein erfahren 
hatte, War nunmehr zu einem Ausgleich gekommen; ein neues Volks- 
thum bildete sich, in welchem die in Schlaifheit übergegangene Eigen- 
art dieses alten Kulturvolkes durch Zusätze des frischen Naturells 
germanischer Elemente neue Lebenskraft empfing. Es ist bezeichnend 
für diese Verhältnisse, dass fortan nicht mehr Rom der Ausgangspunkt 
für die künstlerischen und Wissenschaftlichen Fortschritte ist, sondern 
dass Toskana und Oberitalien die Führerschaft übernehmen. 
Aber die Eigenart dieser neuen italienischen Kultur unterscheidet 
sich weit von der des Nordens. Die germanischen Völker in Deutsch- 
land, Frankreich und England hatten ihr Nationalgefühl gewonnen, 
indem sie sich einer staatlichen Einheit unterordneten, die zwar nicht 
überall sogleich vorhanden war, aber doch den Zielpunkt der politischen 
Bewegung ausmachte. Frankreich namentlich zeigte am deutlichsten
        

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