Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Italienischen Malerei vom vierten bis ins sechzehnte Jahrhundert
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263451
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1264763
lI. Kapitel. 
Epoche. 
Byzantinisch-Romanische 
reicher und breiter ausgeführt erscheint. Im Mittelschiff sieht man 
Liber "jedem Arkadenzwickel eine biblische Scene, getrennt von den 
benachbarten durch aufwärts gehende Ornamentbände1._ (Fig 30) 
Üeber einem ähnlich verzierten Horizontalstreifen folgen dann die 
zwischen den Oberfenstern angebrachten Gemälde, über den Fenstern 
ferner ein Fries mit Brustbildcrn von Engeln in Medaillens, die durch 
ein Band verschlungen sind. Ein prachtvoller Ornamentfries bildet 
endlich den oberen Abschluss dieses grossartigen durch organische 
Gliederung und harmonische Wirkung ausgezeichneten Ganzen. Ebenso 
ist in den Seitenschiffen zwischen je zwei Fenstern eine biblische Seene 
dargestellt. Alle Gurten sowohl der Arkaden als des Querschiffs sind 
mit Brustbildern in Medaillons dekorirt, welche mit leichten Ranken 
Wechseln; die Arkadenbögen ausserdem an der Vorderseite mit einem 
Ornamentsaum eingefasst. Ebenso haben sämmtliche Fensterlaibungen 
prachtvolle Ornamente auf Goldgrund. Üeber allen bildlichen Schmuck 
hinweg ragt dominirend das grosse Brustbild Christi, welches die ganze 
Nische des Hauptaltares ausfüllt. Dadurch dass sich die Apsis gegen 
das Mittelschiff bedeutend verengt, steigert sich die Concentration, und 
die Wirkung wird eine mystisch imponirende. 
Ünabsehbar ist die Fülle der Gestalten und Bilder, die im Ganzen 
eine Fläche von über 95,000 Quadratpalmi bekleiden. Christus thront 
in feierlicher Majestät mit dem Buche des Lebens, die rechte Hand 
in der griechischen Form des Segnens erhebend. Auch die Beischrift, 
die ihn als den Pantokrator feiert, ist griechisch. Den streng byzan- 
tinischen Typus zeigt die unter ihm thronende Madonna. Neben ihr 
die Erzengel Gabriel und Michael in reichen Prachtgewändern, Kronen 
in den Händen, weiterhin Paulus und Andreas zur Linken, Petrus und 
Jakobus zur Rechten. Darunter, neben den Fenstern, eine Anzahl 
von Märtyrern, und in denFensterlaibungen hledaillons mit Brustbildern 
von Heiligen. Im Gurtbogen vor der Apsis setzen_sich diese Dar- 
stellungen fort, in der Mitte durch das Kreuz und die Marterwerkzeuge 
zwischen Cherubim mit sechs Flügeln unterbrochen. An den Wänden 
in zwei Reihen wieder Gestalten von Aposteln und andren Heiligen. 
In den Seitenapsiden thront rechts Petrus, links Paulus, umgeben von 
Engeln, während am Gewölbe vor der Apsis und an den Wänden die 
Geschichte der Apostelfürsten dargestellt ist. Eine fast unabsehbare 
Schaar, ein ganzer Chor von Heiligen überdeckt alle anderen Räume 
 dieses grossartigen dreigliederigen Presbyteriums; im Kreuzschiif sodann 
sind die Scenen der Leidensgeschichte Christi, in den Seitenschiifen
        

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