Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260836
Epoche von 1600 bis 1690. 
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Zeit befangen war, beweist das, wahrscheinlich in dem Brande des 
Schlosses Whitehall zerstörte, grosse Bild, worauf Karl I. und seine 
Gemahlin als Apollo und Diana auf Wolken thronten, und unten 
der Herzog von Buckingham als Mercur jenen Göttern die sieben 
freien Künste vorstellte, während Hass, Neid und andere schlimme 
Eigenschaften in den Abgrund gestürzt werden. Als Beispiele für 
mythologische Gegenstände ist sein Triumph des Silen im Louvre, 
N0." 217, undCcres, welche den sie verspottenden Knaben in eine- 
Eidexe verwandelt, in der Gallerie zu München, N0. 328, charak- 
teristisch. Fiir das Genre gewährt ebenfalls der Louvre in einer 
mit dem Jahr 1624 bezeichneten Gesellschaft, welche ein Conzert 
macht, N0. 216, ein besonders gutes Beispiel. Ebenda befinden 
sich auch zwei für ihn sehr bezeichnende Bildnisse des Churfürsten 
Karl Ludwig von der Pfalz, N0. 218, und des Prinzen Ludwig aus 
derselben Familie, N0. 219. In einem Bildniss der Maria von 
Medici vom Jahr 1638 im neuen Rathhause zu Amsterdam, N0. 7, 
kommt er ausnahmsweise dem van Dyck an Zartheit nahe. Ausser- 
dem sind zwei Hauptbilder dieses Fachs, die Tochter Jacob L, als 
Königin von Böhmen, und, ganz besonders, der Herzog von Bucking- 
ham und Familie im königl. Schlosse von Hamptonccurt. Die 
grösste Zahl von Portraiten von ihm in England in der Sammlung 
des Lord Craven kenne ich nur von Hörensagen.  
 Ein jüngerer Bruder von ihm, Wilhelm Honthorst, welcher 
ebenfalls Geschichts- und Bildnissmaler "war, ging im Gefolge der 
Prinzessin Louise Henriette von Oranien, Gemahlin des grossen 
Kurfürsten, im Jahr 1650 nach Berlin, wo er eine Reihe "von 
Jahren am Hofe arbeitete, kehrte aber 1664 nach Holland zurück, 
wo er im Jahr 1666 starb. Die von ihm noch in den königl. 
Schlössern enthaltenen Bildnisse haben eine grosse Aehnlichkeit 
mit denen seines Bruders, sie sind indess noch um etwas glatter 
und verschmolzener in der Ausführung. 
Kßrlleliß Iioelenburgv geboren zu Utrecht 1586, gestorben 
ebenda 1660, lernte die Malerei bei Abraham Bloemart, folgte in 
Rom nachmals eine Zeitlang dem A. Elzheimer, legte sich jedoch 
später darauf, die zierlichen Formen der Italiener in kleinen, land- 
schaftlich aufgefassten, Bildchen, welche häuüg aus der heiligen 
Geschichte genommen, am gewöhnlichsten aber, meist unbekleidete, 
im Baden begriffene Mädchen darstellen, mit grosser Zartheit, in 
Waagen, Handb. d. Malerei. II. 6
        

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