Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260734
Epoche von 1000 
bis 1690. 
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und eine sehr klare und kräftige, dem Rubens verwandte, Färbung 
auszeichnen. Sein bedeutendes Talent fand durch seine Ernennung 
zum Hofmaler des Erzherzogs Albert in Brüssel volle Anerkennung, 
und er arbeitete auch für den spanischen Hof. Er war 1662 noch 
am Leben. .Keine Gallerie giebt Gelegenheit, diesen Meister so 
nach allen seinen Richtungen kennen zu lernen, als die zu Wien. 
In einem Treffen zwischen Fussvolk und Reitern ist das Geschick 
der deutlichen und dennoch wahren Anordnung, bei der sehr 
grossen Zahl der Figuren, so wie die gute Abtönung in der Luft- 
perspektive, sehr anerkennungswerth. Der Halt einer Gruppe von 
Reitern an einem Wasser zieht durch den klaren, warmen Ton, 
die breite und geistreiche Behandlung an. Man sieht darin in jeder 
Beziehung das Vorbild des van der Meulen. Eine gebirgigte Land- 
schaft, in derem Vorgrunde einige ruhende Reisende bei ihrem 
Wagen, zeigt in der poetischen Auffassung, wie in der brillanten 
Beleuchtung, der klaren Färbung einen starken und sehr günstigen 
Einfluss des Rubens. Unter den Bildern des P. Snayers in der 
Gallerie zu Dresden zeichnet sich besonders, N0. 913, wo 
Räuber, welche Reisende getödtet und geplündert haben, von 
Soldaten angegriffen werden, durch das sehr Lebendige und Dra- 
matische aus.  
Oornelis de Wael, geboren zu Antwerpen 1594, ein Schüler 
seines Vaters, J an-de YVacl, behandelte meist ähnliclremgegenstände, 
wie P. Snayers, und mit so ungemeinem Erfdßmdass er von dem 
Herzog von Aerschot in Dienst genommen wurde. Später arbeitete 
er mit vielem Beifall zu Genua, wo er auch starb. Mir ist in den 
Gallerien nur ein Durchgang der Israeliten durch das rothe Meer 
mit dem Untergang Pharaos in der Grallerie zu Wien bekannt, 
welches einen Künstler von ungemeinem Talent verräth. 
Aniqy  Meulen, geboren 1634 zu Brüssel, 
gestorben 1690 zu Paris, war ein Schüler des Peter Snayers. Sein, 
jenem eng verwandtes, wiewohl minder ähpndunlgsreiches und weniger 
auf die Darstellung des Augenblickliehen gerichtetes, Talent fand 
am Hofe Ludwig XIV, welchen er, wahrscheinlich etwa vom Jahr 
1665 ab,1 überall auf dessen Fßldgjgen begleitete, um die Erfolge 
des Königs in möglichster Treue darzustellen, eine vortreffliche Ge- 
legenheit zur Ausbildung. Seine Bilder haben in der Regel einen 
 
Burger 
Musäes de 1a Hollande 
346.
        

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