Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260601
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Buch. 
pitel. 
des Meisters.  Das Volksfest des Vogelschiessens in Brüssel im 
Jahr 1652, wobei der Erzherzog Leopold Wilhelm von der Brüsseler 
Schützengilde eine Ehrenarmbrust erhielt. Unter den vielen Bild- 
nissen auch die von Teniers und seiner Familie. Bezeichnet und 
datirt 1652. Unter den Bildern von grossem Umfang (4 F. 5 Z. 
hoch, 7 F. 9 Z. breit) ohne Zweifel sein Meisterstück. Die feine 
Einsicht in der Anordnung der sehr ansehnlichen Anzahl von Per- 
sonen, die Haltung vermittelst der grossen Massen von Licht und 
Schatten, die Lebendigkeit der zahlreichen Portraite, die meister- 
lich breite, aber doch fleissige Behandlung aller Theile, verdienen 
in der That die grösste Bewunderung. -Eine mit Schnee bedeckte 
Winterlandschaft zeigt durch die ausserordentliche Wahrheit, die 
Klarheit der winterlichen Luft, dass er auch solchen Gegenständen 
durchaus gewachsen war.  Unter den Bildern biblischen Inhalts 
ist in Rücksicht der meisterlichen Behandlung das, mit dem Namen 
und 1653 bezeichnete, Opfer Abrahams eines der ausgezeiehnetsten. 
Dasselbe gilt von der mit dem Namen und 1647 bezeichneten Ver- 
suchung des heiligen Antonius im Museum zu Berlin, N0. 859. 
Unter den zahlreichen Vorstellungen dieses Gegenstandes von Teniers, 
Wohl unstreitig die vorzüglichste. 
Alle die verschiedenen Richtungen und Epochen von Teniers sind 
indess am vollständigsten und glänzendsten in der Eremitage zu St. Pe- 
ters b urg vertreten, welche von ihm mehr denn dreissig Bilder aufzu- 
weisen hat. Die erste Stelle nimmt hievon das, mit 1643 bezeichnete, 
vormals in Cassel beiindliche,Fest der Armbrustschützen und der Helle- 
bardiere von Antwerpen ein. Nächst dem oben besprochenen Bilde des 
Schützenfestes in Brüssel zu Wien, ist es unter den grossen Bildern 
(4 F. 3V2 Z. hoch, ö F." 11 Z. breit) von Teniers das bedeutendste. 
Allerdings steht es jenem in der Kunst der Anordnung und in der 
Feinheit der Haltung nahe, denn die auf dem Markt von Antwerpen 
aufmarschirten Genossenschaften, deren Vorsteher sich in der Mitte 
begrüssen, bilden nur eine lange Linie. Dagegen sind die portrait- 
_artigen Köpfe, unter welchen sich der Künstler und seine Familie, 
sowie andere ausgezeichnete Künstler der Zeit befinden, wieder 
jenem an Wärme und Wahrheit des Tons überlegen. Keine andere 
Gallerie besitzt zunächst eine solche Reihe von Kirmessen und 
sonstigen ländlichen Festlichkeiten von so ausgezeichnetem Kunst- 
werthe. Hier findet der Kunstfreund verschiedene der ihm aus den 
Stichen von Le Bas bekannten Compositionen, so wie eine der
        

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