Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260556
Epoche von 1600 bis 1690. 
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Genremalerei in der ganz vollendeten Kunstform anbauten, zeich- 
neten sich besonders die Folgenden aus. 
David Teniers der Vater, geboren 1582 zu Antwerpen, 
gestorben 1649, bildete sich während eines längeren Aufenthaltes 
in Rom vorzugsweise nach Elzheimer aus. 1 Er malte zwar haupt- 
sächlich Vorgänge aus dem Leben der Landleute, doch gelegentlich 
auch aus der heiligen Geschichte und der Mythologie. In vielen 
seiner Bilder ist die Landschaft vorwaltend. Er macht den Ueber- 
gang der Genremaler aus der vorigen Epoche zu dieser. Seine 
früheren Bilder erinnern in der Schwere des Tons, der Buntheit 
der Färbung, der-Härte der Umrisse noch an die Bilder der Franks. 
Dieser Art sind besonders die sechs Bilder, welche die Gallerie zu 
Wien von ihm besitzt. In seinen späteren näherte er sich in der 
Freiheit der Behandlung, wie in der Gesammthaltung etwas mehr 
der Weise seines Sohns. Von dieser Art sind eine Dcrfkirmes, 
N0. 860, und eine Landschaft mit Hirten, N0. 859, in der Gallerie 
zu Dresden. Sehr häufig werden indess frühere, oder auch 
schwächere Bilder seines berühmten Sohnes ihm beigemessen. 
Unter den Genremalern, welche Belgien hervorgebracht hat, 
nimmt dieser, David Teniers der jüngere, bei weitem die 
erste Stelle ein. Im Jahr 1610 geboren, lernte er die Malerei bei 
seinem Vater. Ohne im eigentlichen Sinne des Worts sein Schüler 
zu sein, erfuhr er indess offenbar auch einen starken Einfluss von 
Rubens. Schon von dem Jahr 1632 zu 1633 wurde er zur Meister- 
schaft, als Sohn eines Meisters in der Malergilde zugelassen, 2 und 
schon 1637 heirathete er eine Tochter des Jan Breughel, 'wobei 
Rubens einer der Zeugen war, und nach deren Tode im Jahr 1656 
zum zweiten Mal Isabelle "de Fren, Tochter des Sekretairs des 
Raths von Brabant. Vermöge seines Talents und seiner anspre- 
chenden Persönlichkeit gelangte er auch sonst zu einer so ange- 
sehenen, gesellschaftlichen Stellung, wie kein anderer Genremaler der 
niederländischen Schule, denn der Erzherzog Leopold Wilhelm, 
Statthalter der spanischen Niederlande, machte ihn zu seinem Hof- 
maler, und zum Aufseher seiner Gemächer (aiuda de camera), wie 
seiner Bildergallerie, und auch dessen Nachfolger, Don Juan von 
1 Die Nachricht, dass er ein Schüler des Rubens gewesen, muss ich in Zweifel 
ziehen, da ich nie in einem Bilde von ihm eine Spur davon habe entdecken 
können.  2 Ich folge hier in allen Stücken der trefflichen Notiz im Katalog des 
Museums von Antwerpen S. 319 ff.
        

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