Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260261
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pitel. 
Rubens, doch bisweilen sehr klar und warm, öfter gw-miissigt, immer 
harmonisch, der Vortrag breit. Sein Hauptwerk, die Vermählung 
der Maria mit Joseph, einst die Zierde des Hauptaltars der Bar- 
füsser Karmeliter zu Antwerpen, befindet sich jetzt in dem dortigen 
Museum, N0. 323. In diesem schön eomponirten Bilde von statt- 
licher Wirkung gewahrt Inan in einigen Köpfen, namentlich in dem 
der Malaria, den Einfluss des Rubens. Unter den übrigen, in dem- 
selben Museum von ihm befindlichen, Bildern zeichnen sich dem- 
nächst der heilige Ludvrig von Gonzaga, N0. 322, und die Ver- 
zückung der heiligen lfheresa, N0. 324, aus. Das Streben nach 
dgn Idealen ist besonders in einer Maria mit dem Rosenkranz, 
ebenda, N0. 32T, und in einer anderennbniit dem Kinde, welchem 
der kleine Johannes einen Vogel reicht, in der Gallerie zu NVien 
gelungen. In der Färbung gewahrt man, sowohl hier, als in einem 
Bilde von ähnlichem (iegenstande, worauf das Kind schläft, einen 
glücklichen Einfluss des 'l'izian. Dagegen verrathen zwei andere, 
ungleich sclnvärhere Bilder im Museum zu Antwerpen, Christus 
aus dem Limbus zurüekkelirend, N0. 325, und die heilige Olarain  
Verehrung des Jesuskinxles, N0. 326, illddell spitzige1i Formen, 
den bunten und kalten Farben, den unglücklichen Einfluss des  
Baroccio. "Von den Bildern aus dem gewöhnlichen Leben, welche 
dieser Meister gelegentlich auch gemalt hat, als Spieler, lilusikailten," 
wüsste ich keins nachzuweisen.     
T heo dor Rombouts. geboren zu Antwerpen 1597, gestorben 
ebenda 1637, soll die Malerei bei Abmhaiii Jansens gelernt haben. 
Im Jahr 1617 ging er nach Rom, wo er, so wie in Florenz, mit 
Erfolg versehiedeiie "historische Bilder malte. Da sich für die von 
Houbraken gegebene Nachricht seiner Feindschaft gegen Rubens 
keine sonstigen Beweise vorfinden), ist sie, bei der sonstigen Unzu- 
verlässigkeit dieses Schriftstellers, sehr in Zweifel zu ziehen. Er 
hattewliellailent fiir (liegemposition, auf]; Gefühl für Schönheit, 
weniigleiuh seine Köpfe nicht über die Grenze eines edlen Realis- 
mus hinausgehen. rDasselbe gilt auch von den Forlnell Seine? 
Körper, welche sonst einen tüchtigen Zeichner verrätllell- Die 
Ausführung des Einzelnen ist sehr sorgfältig, der Ton seines Flei- 
frühes bräunlich und schwer in der Art, wie bei Guereino in dessen 
dunkler Manier, zu dem er auch sonst, namentlich in der Zusam- 
menstellung der Farben seiner (lewänder eine gewisse Wierwandt- 
schaft zeigt. Bilder von ihm kommen selten vor. Sein, mit Recht sehr
        

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