Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260243
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Kapitel 
trachten, welche, mehr oder minder von ihm beeinflusst, zu der 
ganz freien und vollendeten Kunstform durchdrungen, indess doch 
eine von ihm unabhängige Stellung behauptet haben. 
lllartin Pepyn, geboren zu Antwerpen 1575, gestorben 1646, 
oder 1'647, wurde 1600 als Sohn eines Meisters in die Blalergilde 
aufgenommen. Sein Lehrer ist nicht bekannt; indess sieht man 
aus seinen, jetztsehr seltnen, Gemälden, dass er in einigen Stücken 
noch einen starken Einfluss der Schule des Frans Floris erfuhren 
hat. Die von ihm in dem Museum zu Antwerpen vorhandnen 
Bilder, N0.  ein mit seinem Monogramm und 1626 bezeichneter 
Durchgang der Israeliten durch das rothe Meer, die Predigt des 
heiligen Lukas, Flügel eines Altars, N0. 26:2, und die grau in 
grau gemalten Aussenseiten dieses und eines anderen Flügels, dessen 
innere Seite von Otto Vaenius herrührt, N0. 202-; und 264, verrathen 
in der ganzen Art zu componiren, wie in den Formen, namentlich 
einen Einfluss des Blocklandt. S0 ist auch die Illiirbung zw'ai' 
kräftig, aber bunt, besonders das Fleisch bald stark braunroth, 
Bald grünlich, die Landschaft spangriiil, die Umrisse hart, der 
Vortrag-sehr verschmolzen. Mehrere wahre und lebendige Köpfe, 
zum -Theil' voii edlem Charakter, zeigen dagegen oiienbar den gün- 
stigen Einfluss der von Rubens eingeführten, neuen Kunstweise. 
Noch ungleich mehr spricht sich dieser indess in allen Theilen in 
einem irortrcilflichen Bildniss einer Dame in der Gnllerie Aremberg 
in Brüssel, N0. 90, aus, in welchem nur die etwas zu grünlichen 
Halbschatteil im Fleisch noch die ältere Schule wahrnehmen lassen. 
Abraham Jansens, geboren zu Antwerpen 1567, gestorben 
1631, dder 1632, 1 war ein Schüler des Jan Snellink und besuchte 
später Italien. Neue Untersuchungen haben urkundlich bewiesen, 
dass die von Houbraken gegebenen Nachrichten von seiner Feind- 
schaft gegen Rubens und von dem Elend, worin er verfallen, aller 
Wahrheit entbehren. Er lebte vielmehr bis zu seinem Ende in sehr 
geachteten Verhältnissen. Sein Talent war in einigen Beziehungen 
dem des Rubens verwandt, so dass von minder Kundigcn Bilder 
von ihm dem Rubens beigemessen werden. Namentlich gilt dieses 
von der Kühnheit der Motive, der Mächtigkeit und Fülle der For- 
men seiner nackten Figuren, und der kräftigen und warmen Fär- 
bung der Fleischtheile. Indess ist er doch von jenem wieder in 
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