Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260219
Plpoche 
iS 16' 
19 
Ich muss mich daher begnügen, ausscr den schon oben erwähnten, 
einige der allervorzüglichen namhaft zu machen. Die sogenannten 
vier Philosophen ist die wunderliche Benennung des berühmten 
Bildes im Pulazzo Pitti zu Florenz, welches, in ungemeiner Le- 
bendigkeit, Jnstus Lipsius, Ilugo Grotius, Rubens und seinen Bruder 
Philipp, darstellt. Zugleich feiert die warme, leuchtende Färbung 
des Meisters hier einen wahren Triumph. Nicht so lwillant in der 
Färbung, aber im Einzelnen mit dem feinsten Naturgefühl durch- 
gebildet, ist das, vormals in der Sammlung des Königs der Nieder- 
lande, jetzt imLouvre befindliche Bildniss des Baron Henry de 
Vicq, 510.455, Gesandten der spanischen Niederlande am fran- 
zösischen Hofe, aus der früheren Zeit des Meisters. Würdig 
schliesst sich diesen das Bildniss des berühmten Grafen Arundell 
in Warwickcastle in England an. Eine edle und bedeutende 
Persönlichkeit ist hier in Form und Farbe mit einer erstaunlichen 
Energie aufgefasst. Sehr bequem in der Anordnung und von 
grösster Lebendigkeit, auch seltenster Glut der Farbe und Gedie- 
genheit der Ausführung, sind die Portraitemfler beiden Söhne des 
Künstlers in der Gallerie des Fürsten Liechtenstein zu W i e n, wovon 
eine Originalwiederholung in der Dresdner Gallerie. Unter den 
weiblichen Bildnissen ist das seiner zweiten Frau, ITIGIFEQEQULIDGIIÜ, 
in der Sammlung zu Blenheim, wo sie mit einem Pagen sich im 
Freien ergeht, für glückliche Erfindung, wie meisterhafte Ausfüh- 
rung eins der schönsten, wird aber noch von dem in derselben 
Sammlung übertroffen, wo sie mit Rubens und einem Kinde dar- 
gestellt ist, welches sie am Gängelbande führt. 1 Das Gefühl häus- 
lichen Glücks gesellt sich hier zu der seltensten Älxeistersehaft. 
Dagegen liegt der Hauptreiz des berühmten Chapeau de paille in 
der Sammlung von Sir Robert Peel in London in der wunderbar 
gelungenen Lösung der höchst schwierigen Aufgabe einen ganz im 
Schlagschatten liegenden Kopf in dem klarsten und lichtesten Toll 
in seinen Einzelheiten wiederzugeben. 2 Eben so glücklich ist ganz 
dieselbe Aufgabe in dem Bildniss seiner zweiten Frau; Helena 
Fourment, in der Ermitage zu Petersburg behandelt, welches jenem 
ausserdem, alsxganze Figur von seltner Eleganz ,___iiberlegen ist. 
Eine der glänzendsten Beziehungen dieses allseitigen Genius 
1 S. Kunstwerke und Künstler in England 
Gemälde das Bilalniss einer Fräulein Lundenw 
S. dasselbe Werk Th. I. S. 278 f. 
Th. 1I. S. 47.  1 Es ist dieses 
(Kopf mit Händen) in Antwvrpen.
        

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