Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1263020
300 
Bvuch 
Kapite. 
Sueur in BerlinJ Er lebte viele Jahre in glänzenden Verhältnissen 
am Hofe zu Neapel, und malte eine sehr grosse Zahl durchaus 
eorrecter und fleissiger, aber sehr prosaischer und geistlos gemachter 
Ansichten der schönsten Gegenden Italiens, mit meist guten Lüften 
und Fernen, aber harten und bunten Vorgründen. In den Schlössern 
zu Kassel befinden sich mehrere seiner Landschaften. Dadurch, 
dass die Kaiserin Cathaidna lI. von Russland den grossen Sieg, 
welchen ihre Flotte bei Tschesrne über die türkische Flotte erfocht, 
und das darauf erfolgte Verbrennen der letzteren, durch die Kunst 
verherrlicht zu sehen wünschte, wurde Philipp Hackert veranlasst, 
sich auch als Maler von Seeküsten, und ganz insbesondere von See- 
schlachten, zu versuchen. Da der Künstler nie Gelegenheit gehabt 
hatte das Aufiliegen eines Schiffes zu beobachten, ist es ganz be- 
greiflich, dass der Admiral der russischen Flotte, Graf Alexis Orlow, 
von seiner Darstellung dieses Vorgangs nicht befriedigt sein konnte. 
Einzig in der Kunstgeschichte steht jedoch der Fall da , dass, um 
Hackert diese Anschauung zu verschaffen, eine alte russische Fre- 
gatte auf der Rhede von Livorno in die Luft gesprengt wurde. 
Göthe nennt dieses Schiif mit Recht das theuerste und kostbarste 
Modell, was je einem Künstler gedient hat, indem der Werth der 
noch nutzbaren Materialien desselben auf 2000 Ducaten geschätzt 
wurde. Die sechs grossen Bilder, welche die verschiedenen Momente 
dieses Ereignisses veranschaulichen, hängen, nebst sechs anderen, 
welche ebenfalls glückliche Erfolge der russischen Flotte darstellen, 
in dem kaiserlichen Landschlosse Peterhof unweit St. Petersburg. 
Sie sind mit vielem Geschick componirt und von iieissiger Ausfüh- 
rung, halten indess natürlich weder in der 'Wahrheit, noch in der 
Klarheit der Farbe, oder der Behandlung einen Vergleich mit der 
Darstellung solcher Vorgänge von den grossen holländischen Malern, 
einem Willem van de Velde, oder einem Backhuysen, aus. Sehr 
gross ist die Anzahl seiner in Sepia und Bister ausgeführten Land- 
schaften. Sein Vieh ist von einer grossen Einförmigkeit. 
Salomon Gessner, der bekannte Dichter, wurde 1734 zu 
Zürich geboren und starb 1788 ebenda. Er iibte bis zu seinem 
dreissigsten Jahre die Kunst nur als Dilettant aus, dann aber bil- 
dete er sich durch das Studium der Natur, der Radirungen der 
holländischen Maler, namentlich des Waterloo und Everdingen, so 
'Bekanntlich hat Göthe im siebenunddreisnigsten 
Leben Hackerts sehr ausführlich behandelt. 
Bunde 
iner Werke 
das
        

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