Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262749
272 
Buch. 
Kapitel. 
eine wärmere Färbung. In der Münchener Gallerie befindet sich 
von ihm, No. 432, Cabinette, ein heiliger Andreas, und N0. 439, 
Cab, ein Bauer, welcher die Geige spielt. 
Nicolaas Verkolie, geboren zu Delft im Jahr 1673, ge- 
storben ebenda 1746, war ein Schüler seines Vaters Jan, folgte 
indess in seinen historischen Bildern dem A. van der Werft, nur 
ist er in den Motiven gezierter, in den Köpfen leerer, bisweilen 
aber von einem warmen Ton, und sorgfältig in der Ausführungz 
Ein Bild der Art von ihm ist, N0. 548, im Louvre, Proserpina, 
welche mit ihren Gespielinnen Blumen pflückt. In seinen Genre- 
bildern ündet sich bisweilen eine gute Erfindung, aber auch eine 
sehr grosse Kälte in der Färbung. Ein mit dem Namen des Künst- 
lers bezeichnetes Bild der Art, ein Mädchen, welches die Annahme 
eines, ihr von einem Jäger angebotenen, Rebhuhns verweigert, be- 
findet sich, N0. 1012, im Museum zu Berlin. Dieser Künstler 
hat auch mit vielem Geschick eine Reihe von Blättern in schwarzer 
Kunst gearbeitet. l 
Philip van Dyck, geboren zu Amsterdam, im Jahre 1680, 
gestorben im Haag 1752, war zwar ein Schüler des Arnold van 
Boonen, gehört aber in seinen historischen Bildern zu den widrig- 
sten Nachahmern des A. van der Werif. Er ist geschmacklos in 
der Composition, unangenehm in den Köpfen, geleckt im Vortrage. 
Zwei Bilder der Art, Hagar, dem Abraham von der Sarah zuge- 
führt, und von ihm mit Ismael verstossen, befinden sich im Louvre, 
unter N0. 156 und 157, ein drittes, Judith mit dem Haupt des 
Holofernes, N0. 38, im Museum des Haags. Ungleich erfreulicher 
ist Philip van Dyck in seinen Genrebildem, welche sich öfter durch 
eine glückliche Eriindung, hübsche Köpfe und eine höchst delikate 
Ausführung auszeichnen. Nur in der Färbung sind sie meist kalt 
und bunt. Zwei gute Bilder der Art, eine Dame, welche auf der 
Guitarre spielt, No. H6, und eine Dame bei der Toilette, N0. 37, 
befinden sich ebenfalls im Haag. Zwei bedeutendere Bilder, junge 
Leute an einer Fensterbrüstung, N0. 1026, und ein Mädchen, wel- 
ches einem Knaben Unterricht im Zeichnen ertheilt, N0. 1028, 
mit dem _Narnen und 1728 bezeichnet, befinden sich im Museum 
zu Berlin. 
 Jacob de Wit, geboren zu Amsterdam im Jahre 1695, 
gestorben 1754, brachte es zu einer erstaunlichen Meisterschaft 
Sculpturen von verschiedenem Material, von Erz, Holz, Gypg, be-
        

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