Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262612
bis 1690. 
Epoche von 1600 
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kann ich natürlich nur einige erwähnen. Unter verschiedenen, in 
der Theinkirche zu Prag befindlichen, nenne ich, als besonders 
gelungen, Lucas, der die Maria malt, auf dem Altar der Maler. 
Ein treffliches Beispiel seines Talents für sehr grosse und sehr 
dramatische Compositionen gewährt das Bild auf dem Hochaltar 
der Maltheserkirche in dem Theil von Prag, welcher die Kleinseite 
genannt wird. Auf die Bitte Johannes, des Täufers, und mehrerer 
Johanniterritter um den göttlichen Beistand gegen die Saracenen, 
schleudert das Christuskind (ein mir neues Motiv), der Erzengel 
Michael und andere Engel den Blitz auf die Flotte der Türken, 
deren Untergang man im Hintergrunde sieht. Die Erfindung ist 
von grosser Kühnheit, die Färbung kräftig, die Köpfe der Johan- 
niter edelß Auf einem anderen Altarbilde derselben Kirche, die 
Tödtung der heiligen Barbara von ihrem eignen Vater, weil sie die 
Anbetung der Götzen verweigert, ist besonders die Heilige schön 
und edel im Charakter und Ausdruck. Ein gutes Beispiel des 
Screta als Portraitmaler, gewährt das eines sitzenden Mannes mit 
einer Reissfeder, welcher ein neben ihm stehendes Weib ansieht, 
in der ständischen Gallerie zu Prag, welche auch verschiedene 
andere gute, wie geringe Bilder des Meisters enthält.  Von den 
zehn Bildern des Sereta in der Dresdener Gallerie, N0. 1731 
bis 1740, gehört die Mehrzahl zu seinen schwächeren Arbeiten. 
Am meisten zeichnen sich noch der heilige Gregorius, N0. 1735, 
und Moses, No. 1739, aus. 
Matthias Simbrecht, auch Zimbrecht geschrieben, ge- 
boren zu München, gestorben an der Pest zu Prag 1680. Sein 
Meister ist nicht bekannt, doch beweisen seine Bilder, dass er sich 
vornehmlich nach Raphael gebildet hat und lassen auf einen länge- 
ren Aufenthalt in Rom schliesscn. Er scheint nur Bilder religiösen 
Inhalts ausgeführt zu haben. Mir ist kein anderer MÜalcr bekannt, 
welcher in einer so späten Zeit sich von seinem grossen Vorbilde 
die nngemeine Einfachheit und Ruhe der Composition, den Adel 
der Formen, die Reinheit des Gefühls, den trefflichen Geschmack 
der Gewänder in dem Maasse angeeignet hätte, als dieser Sim- 
brecht. Hiermit verbindet er überdem meist eine warme und 
kräftige Färbung. Nach der geringen Zahl der noch von ihm vor- 
handenen Bilder möchte er kein hohes Alter erreicht haben. Das 
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