Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262540
252 
Buch. 
Kapitel 
gemessen werden. Ein sehr reiches G-ehänge von Früchten mit 
einigen Blumen untermischt und von Schmetterlingen und Insekten 
belebt, vortrefflich angeordnet, warm und klar gefärbt und von 
seltner Naturwahrheit des Einzelnen, mit der Bezeichnung: Jacob 
Walscapelle, befindet sich unter N0. 90:3 im Museum zu Berlin. 
Zwei Bilder von ihm, welche ich indess nicht gesehen, sind in der 
Gallerie zu Schwerin. 
Pieter de Ring schliesst sich, zufolge seiner selten vorkom- 
menden, Bilder ebenfalls dem J. D. de Heem und zwar in allen 
Stücken mit sehr gutem Erfolg an. Ein, zur Bezeichnung seines 
Namens, mit einem Ring bezeichnetes Bild, N0. 258, des Museums 
zu Amsterdam, welches Früchte, einen gekochten Hummer, 
Austern, Brod u. s. w., darstellt, kommt in der That dem J. D. de 
Heem sehr nahe. Unabhängiger erscheint er in einem P. de Ring 
fecit 1650 bezeichneten Bilde, N0. 918, im Museum zu Berlin, 
welches einen Globus, ein Buch, worin ein Mann dargestellt ist, der 
Seifenblasen macht, eine Sanduhr, Würfel, musikalische Instru- 
mente u. s. w., in sehr malerischer Anordnung und vortrefflicher 
Ausführung darstellt. 
Ich komme jetzt auf eine Gruppe von Malern, welche [vor- 
zugsweise Stillleben, worin besonders todte Vögel eine Rolle spie- 
len, gelegentlich aber auch Früchte und Blumen gemalt haben. Bei 
ihnen waltet meist eine kühle Gesammtstimmung vor. 
Evert van Aelst, geboren zu Delft 1602, gestorben 1658, 
malte in der Regel todte Vögel, gelegentlich auch einen Hasen und 
dabei allerlei Jagdgeräth, mit einer grossen Wahrheit und sehr ins 
Einzelne gehenden Ausführung, indess in einem grauen, etwas 
schweren Ton. Bilder von ihm kommen in den Gallerien selten 
vor. Zwei dieser Art befinden sich, unter N0. 1126 und 1127, in 
der Dresdener, zwei andere, unter N0. 921 und 936, in der 
Berliner Gallerie. 
C. Lilienberg h, nur aus den Aufschriften auf seinen Bildern 
bekannt, war ein Zeitgenosse des vorigen Meisters und malte eben- 
falls mit guter Zeichnung und harmonischer, wenngleich kühler 
Haltung ähnliche Gegenstände, denen er indess öfter Früchte und 
Gemüse zugesellt. Er ist in seinem, übrigens sehr sicheren, Vor- 
trage etwas breiter. Bilder von ihm sind ebenfalls in Gallerien 
selten zu finden. 'Unter N0. 990 befindet sich von ihm im Museum 
zu Berlin ein Bild, worauf, auf einem Tische, zwei Schnepfen,
        

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