Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262533
Epoche von 1600 bis 1690.  
WVciche des Vortrags dem J. D. de Heem in der That sehr nahe 
kommt.  N0. 205, ebenda, Blumen in einer Vase mit einer Katze 
und einer Mausefalle ist ein sehr gutes Bild in seiner gewöhn- 
licheren, im Ton weniger kräftigen, im Vortrag kleinlicheren YVeise. 
In der Sammlung van der Hoop in Amsterdam gehört eine Schüssel 
mit Trauben, Granaten, Austern, Weissbrod, sowohl in der An- 
ordnung, in der Wärme und Harmonie des Tons, als der bis ins 
Einzelnste gehenden Naturwahrheit, zu seinen besten Bildern. Im 
Louvre schliessen sich dem letzten würdig "an. N0. 330, ein Strauss 
von Feldblumen, und N0. 333, Blumen und Früchte. Andere 
ebenda, namentlich N0. 329, ein Eichhörnchen, todte Fische und 
Vögel, und N0. 331, ein Blumenstück, können dagegen als Beispiele 
für seine Zerstreutheit in der Anordnung, seiner Kälte im Ton und 
seiner Härte in den Einzelheiten dienen. Unter den Bildern von 
ihm in der Gallerie zu München zeichnet sich, N0. 108, mit einem 
Korb mit Früchten bei einem Eiclistamme, einem Vogelnest, Fischen 
u. s. w., durch die Composition und die hohe Vollendung in einem 
kühlen Ton besonders aus. Von den höchst ausgezeichneten Bildern 
in der Dresden er Gallerie kommt, N0. 1419, mit einem Korb 
mit Früchten, worin ein Vogelnest, in der Kraft und Schönheit 
seinem Meister sehr nahe. Ein anderes, N0. 1425, Weintrauben 
und ein Pfirsich auf einem Tisch, ist aber von einer Tiefe und 
Wärme der Farbe, dass ich es eher von diesem halte. Dass er 
in der Darstellung todter Thiere in Lebensgrösse wenig glücklich 
war, beweist ein Hahn und andere Vögel, N0. 1422, in derselben 
Gallerie.  
Jacob Walscapelle, gehört zu der ansehnlichen Zahl treff- 
licher Maler der holländischen Schule, welche lediglich durch die 
Aufschriften auf ihren Bildern_bekannt sind. Aus diesen Bildern 
erhellt, dass er sich mit dem seltensten Erfolg nach dem Jan Da- 
vidsz de Heem gebildet, wenn er nicht ein Schüler von jenem ge- 
wesen ist und um 1670 geblüht hat, Kein anderer Meister steht 
diesem in der stylgemässen und geschmackvollen Anordnung so nahe, 
als er. Auch in dem Gefühl für Harmonie des Ganzen, für natur- 
wahre Ausbildung des Einzelnen kommt er ihm sehr nahe. Nur 
in der Tiefe und Klarheit der Färbung, in der Bestimmtheit der 
Modellirung, steht er den besten Bildern desselben etwas nach. 
Die Ursache, dass Bilder von ihm so äusserst selten vorkommen, 
besteht wohl darin, dass dieselben meist einem der de Heems bei-
        

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