Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262518
Epoche von 1600 bis 1690.  
liehen Bildern, welche sich in den Gallerien von Dresden und 
Kassel befinden, führe ich nur die folgenden an. Aus der ersteren. 
Allerlei Früchte und ein Vogelnest, No. 1093, ein ähnliches Bild 
mit einem gesottenen Hummer, N0. 1098. Aus der zweiten. Früchte, 
Hummer, Austern, Muscheln, N0. 317. Früchte, Hummer, ein 
Schinken und einige Weingefasse, N0. 318. In England kommen 
Bilder von ihm nicht häufig vor. 
Cornelis de Heem, Sohn und Schüler des vorigen Meisters, 
geboren 1630, malte ganz ähnliche Gegenstände und kaum mit 
geringerem Erfolg, denn, wenn er schon nicht in der Anordnung 
jenes feine Stylgefühl hat, sondern öfter in das Zerstreute und Zu- 
fällige verfällt, so steht er jenem in der Zeichnung, in der Wärme 
und Harmonie der Färbung nicht nach, und übertrifft ihn fast noch 
in der Weiche und dem Schmelz des Vortrags, bei gleich solidem 
Impasto. Nur ausnahmsweise ist er bunter und härter. Begreif- 
licherweise werden seine Bilder häufig für Werke seines Vaters 
ausgegeben. Ich führe daher nur einige Gemälde von ihm an, 
welche in Gallerien befindlich, wo man die Bilder beider vergleichen 
kann. In der Gallerie zu München ist ein Beispiel seiner Zer- 
streutheit der Oomposition, bei der Vereinigung aller sonstigen guten 
Eigenschaften, N0. 350, welches Blumen, Früchte und einen Schin- 
ken auf einem Tische darstellt.  Ebenda N0. 429, Cabinette, ver- 
schiedene Früchte auf einer marmorncn Platte. Bezeichnet. Die 
grösste Wahrheit in allen Theilen, die seltenste Klarheit der Farbe, 
ist hier mit der trefflichsten Abrundung und einem verschmolzenen 
und gediegenen Vortrag verbunden. In der Gallerie zu Wien 
linden sich auf einem, ebenfalls bezeichneten, Stillleben von Früchten, 
Austern und Citronen auf einem Teller, einer Taschenuhr u. s. w., 
dieselben Eigenschaften mit einer gefalligeren Anordnung vereinigt. 
Endlich in der Gallerie zu Dr esden schliesst sich diesen, N0. 1104, 
ein Bild eines ähnlichen Gegenstandes, und ebenfalls bezeichnet, an. 
N0. 1103, aber, ein gesottener Hummer und mehrere Früchte auf 
einem Tische, zeichnet sich noch besonders durch die erstaunliche 
Tiefe des warmen Tons aus. 
Maria van Oosterwyck, geboren zu Nootdorp in der Nähe 
von Delft 1630, gestorben 16'913, war eine Schülerin des Jan Davidsz 
de Heem. Diese Künstlerin, welche vorzugsweise Blumen in Vasen, 
oder Gläsern, gelegentlich, aber mit minderem Erfolg, auch Früchte 
malte: nimmt meines Erachtens in der Kunstgeschichte nicht die
        

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