Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262470
Epoche von 1600 bis 1690.  
vorzüglich in einem kühlen Ton durchgeführt, ist in der Sammlung 
van der Hoop ebenda. Ein Hauptwerk endlich ist in der Sacristei 
der alten Kirche zu Amsterdamß Zwei Werke durch Umfang, 
wie durch Schönheit, sehr bedeutend, besitzt das Museum zu 
Berlin. Das eine, N0. 898, das Innere einer Kirche von reicher, 
spät italienischer Architektur, mit Bildern, Statuen und Grabdenk- 
mälern, 4 F. 3 Z. hoch, 3 F. .5 Z. breit, ist mit dem Namen des 
Meisters und 1667 bezeichnet. Das tiefe, aber klare Helldunkel, 
welches im Ganzen vorherrscht, wird nur im Vor- und im Hinter- 
grunde durch das einfallende Sonnenlicht unterbrochen. Im Vor- 
wie im Mittelgrunde befinden sich verschiedene Figuren. Das an- 
dere, nur um Weniges kleiner, N0. 90-1 a, welches das Innere der 
Synagoge zu Amsterdam während einer religiösen Feierlichkeit 
vorstellt, ist ebenfalls mit dem Namen und 1680 bezeichnet. Die 
Wirkung des, durch die Fenster einfallenden, Sonnenlichts auf die, 
die Decke tragenden, Säulen ist vortrefflich. Verschiedene, im 
Vorgrunde befindliche, Zuschauer der Handlung sind sehr malerisch 
in Anordnung und Vertheilung der Farben. Eine wahre Kunstperle 
für die Feinheit des Helldunkels in sehr lichtem Ton ist endlich 
das Innere eineruvon vielen Figuren belebten Kirche in der Gallerie 
des Schlosses Wilhelmshöhe zu Kassel.  
Zwei Künstler, welche einen entschiedenen EinHuss von Ema- 
nuel de Witte erfahren und ihn in ihren besten Bildern fast erreicht 
haben, sind folgende: 
Hendrik van der Vliet, geboren 1608, noch am Leben 
1666,? Schüler seines Vaters, NVillem van Vliet. Von Bildern 
dieses Meisters in Gallerien kenne ich nur folgende. Im Museum 
zu Amsterdam, N0. 347, das Innere eines Theiles der alten 
Kirche von Delft, bezeichnet H. van Vliet 1654. In allen Stücken 
kommt er hier dem de Witte sehr nahe, namentlich in der Art, wie die 
Wirkung des Sonnenlichtes wiedergegeben ist.  Im Museum des 
Haags, N0. 167, eine Ansicht aus derselben Kirche. Von beson- 
derer Wärme und Brillanz der Wirkung und sehr feiner Beobach- 
tung der Retlexe.  In der Gallerie zu München, N0. 367, Cab,. 
eine kleinere, sonst ähnliche Ansicht, von grosser Klarheit. Gele- 
gentlich malte er auch mit gutem Erfolg Genrebilder bei Lampen- 
1 Meine Bemühungenv de" Kamera 
schliessen, waren leider erfolglos.  
Th. II. S. 312. 
zu bewegen, jnir die Sacristei aufzu- 
S. Burger, Les Musäes de 1a l-Iollande
        

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