Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262356
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he v. 
m 11 
n's 1690. 
233 
genstiinde sehr deutlich in dem klaren Wasser spiegeln. Solche 
Bilder haben öfter eine grosse Verwandtschaft zu A. Ouyp. Seltner 
sind seine Bilder dieser Art, worin ein Silberton verwaltet, welche 
mehr an WV. van de Velde erinnern. Er erscheint indess als ein 
durchaus selbständiger Meister, sowohl in der Composition, als in der 
grossen Klarheitnnd der Art der Behandlung mit einem trefflichen 
Impasto, Nur ausnahmsweise waltet bei ihm in Wasser und Himmel 
ein schwerer, röthlicher Ton vor. Van de Cappelle gehört zu den 
Meistern, deren Bedeutung man nur in England kennen lernen 
kann. Das einzige, ausgezeichnete, mir in den Gallerien des Con- 
ktinents von ihm bekannte, Bild belindet sich in der Gallerie Arem- 
berg zu Brüssel, unter No.10. Es stellt eine von vielen Schiffen 
belebte Ansicht der Mündung der Schelde bei stillem Wetter vor, 
und trägt die Bezeichnung J. V. Cappelle. Es gehört zu jenen 
Bildern von ihm, in welchen Luft und NVasser in einem kühlen, 
grauen Ton gehalten sind. Die Abtönung ist von grosser Fein- 
heit. Ich bemerke hier nur, dass sich in England treffliche Ge- 
mälde von ihm in den zugänglichen Sammlungen Munro, Thomas 
Barimg, (nämlich das Bild, worauf die Kanone abgefeuert wird) 
Herzog von Bedford, Lord Overstone und Wynn Ellis befinden. 1 
Julius Parcellis, geboren 1628 zu Leyderdorf, war der 
Schüler seines Vaters Jan Parcellis, eines mittelmässigeil Seemalers. 
Er erreichte eine so hohe Stufe in derselben Gattung, dass seine 
besten Bilder an Klarheit, Feinheit der Luftperspektive, und Frei- 
heit der Behandlung dem W. van de Velde_ nahe kommen, wie 
denn Smith erzählt, dass ein Bild von ihm für 300 Pfund Sterling, 
als ein Werk des letzteren Meisters iu London verkauft worden 
ist. Seine beglaubigten Bilder kommen selten vor, wie mir denn 
in Gallerien nur ein kleines, aber sehr feines, mit 'J. P. bezeich- 
netes, No. 832, in der zu Berlin bekannt ist. 
Ludolf Backhuysen, geboren zu Embden 1631, gestorben 
zu Amsterdam 1709, widmete sich bis zum ISten Jahr dem Handel, 
von dieser Zeit an aber erst der Malerei, wobei er den Unterricht 
des A. van Everdingen genoss. Er legte sich mit dem grössten 
Eifer auf die Seemalerei, und machte nicht allein von diesem Ele- 
ment in den xierschiedensten Zuständen, sowie von den Lüften und 
Küsten, sondern auch von den Schiffen jeglicher Art diebgründ- 
1 Näheres darüber 
in den Tre
        

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