Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262310
Epocl 
19 von 1600 bis 1690. 
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Sepia ausgeführten, Zeichnungen dieses Meisters haben ähnliche 
Verdienste, wie seine Radirnngen. Unter verschiedenen, auf dem 
Kupferstichkabinet des britischen Museums vorhandenen, zeichnen 
sich vor allen einige, welche die ganz stille, oder leichtbewegte 
See darstellen, durch die höchst malerische Auffassung aus. 
Willem van de Velde der jüngere, geboren 1633 zu 
Amsterdam, gestorben 1707 zu Greenwich, empfing den ersten Un- 
terricht bei seinem Vater, XVillem van de Velde dem älteren, sein 
Hauptmeister aber war Simon de Vlieger. Er lebte in seiner frü- 
heren Zeit in Holland und malte ausser vielen Bildern, welche die 
See in ihren verschiedensten Zuständen darstellen, einige der be- 
rühmten Seeschlachten, worin die Holländer über die Engländer 
den Sieg davon trugen. Später folgte er seinem Vater nach Eng- 
land und erwarb sich in hohem Uaasse den Beifall der Könige 
Karl II. und Jacob II., für welche er wieder die Seesiege der Eng- 
länder über die Holländer ausführte. Auch von anderen Kunst- 
' freunden aus dem hohen und niederen englischen Adel wzird er 
vielfach beschäftigt. Er ist unbedingt der grösste Seenialer der 
ganzen holländischen Schule. In Folge eines unermüdlichen Natur- 
studiums, von dem seine sehr zahlreichen, in Sepia ausgeführten, 
Zeichnungen das beste Zeugniss geben, und im" vollen Besitz der 
Luft- und Linienperspektive, wie der unvergleichlichen Technik Seiner 
Schulefgelangte er dahin, das Meer in den verschiedensten Bewegun- 
gen, vom wüthendsten Sturm, bis zur leichtesten Kränselung, so wie 
in gänzlicher Ruhe in_ Form undiFarbe mit wunderbarer NVahrheit 
wiederzugeben. Und nicht minder Bewunderung als hier der Eindruck 
der Nässe, verdient in seinen Lüften die Klarheit des Himmels, 
das Leichte, Duftige der Wolken. Dabei verstand er es, die Flüche 
mit ungemeinem malerischen Sinn, nah und fern, durch die ver- 
schiedenartigsten Schiffe, welche er mit der grössten Kenntniss,  
zu jedem einzelnen Tau, zeichnete, zu unterbrechen, und durch die 
mannigfaltigsten Beleuchtungen ein reizendes Spielv0n Licht und 
Schatten hervorzubringen. Während sein Vortrag auch in den 
kleinsten Bildern immer frei und geistreich bleibt, wird er gele- 
gentlich in seinen öfter sehr grossen Seeschlachten etwas dekorativ. 
Da nun vor allen die seefahrenden Nationen die Vereinigung aller 
dieser Eigenschaften zu schätzen wissen, ist er begreiflicherweise 
S0 sehr der Liebling der Holländer und Engländer, dass von den 
329 Bildern, welche Smith von van de Yelde beschreibt, sich
        

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