Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262290
Epoche von 1600 bis 1690. 
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noch vortheilhafter, jedenfalls vielseitiger, erscheint S. de Vlieger 
in seinen Radjrungen, deren Bartsch 20 aufzähltÄ Die Hälfte 
derselben stellen Landschaften im Geschmack des van Goyen und 
Waterloo dar, von denen nur eine, N0. 10, eine Seeküste, sich in 
der Composition seinen Bildern nähert. Die Art, wie die Nadel 
geführt ist, erinnert am meisten an Waterloo. Wenn er darin 
meist weniger frei und geübt erscheint, als jener, so ist sie dafür 
in seinen beiden schönsten Blättern, N0. 6 und 7, weicher und 
malerischer und deutet auf einen Einfluss des Rembrandt, Die 
andere Hälfte hat vierfüssige Thiere und Vögel zum Gegenstand, 
von denen die letzteren, Gänse und caleutische Hühner, N0. 17 
und 18, in Wahrheit und Behandlung trefflich, und ungleich besser 
als die Vierfüssler gerathen sind.  
Remigius Nooms, genannt Zeeman, angeblich 1612 oder 
1616 in Amsterdam geboren, war ein Zeitgenosse des Simon "de 
Vlieger, wie aus den auf Radirungen von ihm vorkommenden Jahrs- 
zahlen 1660 und 16516 erhellt. Sonst ist weder von seinem Meister 
noch von seinem Leben etwas bekannt. Nur wieder aus seinen 
Radirungen kann man schliessen, dass er Frankreich und England 
besucht hat. So soll er sich auch, längere Zeit in Berlin aufge- 
halten, und den Beinamen Zeeman davon erhalten haben, dass er 
fast nur Marinen gemalt hat. Es kommen indess auch architek- 
tonische Ansichten von ihm vor. Als Maler steht er indess nicht 
auf der Höhe der Schule. Seine Bilder sind zwar mit vielem Ge- 
schmack angeordnet und in allen Theilen, namentlich in den 
Schiiten, von denen er eine sehr genaue Keuntniss hatte, vortreif- 
lieh gezeichnet, aber weder in der Luftperspektive, noch in der 
Klarheit der Färbung den besten Seemaleru der Schule gleich. 
Auch hat die breite Behandlung öfter etwas Dekoratives. Dieses 
mag auch der Grund sein, wesshalb man Bildern von ihm in den 
Gallerien so Selten begegnet, wie ich denn nurvdrei von ansehn- 
lichem Umfange, welche jene Vorzüge und Mängel haben, in den 
Gallerien zu Amsterdam, NVien, Oassel, und eine Ansieht des 
alten Louvre, in der Gallerie des Louvre, N0 586, kenne. 2 Das 
in der ersteren, X0. 226, stellt die Seeschlacht zwischen der eng- 
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