Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262192
Epoche von 1! 
bis 1( 
217 
tung sind ihre hervorstechenden Eigenschaften. Die Compositionen 
sind indess meist etwas arm. Eine sehr glückliche Ausnahme hier- 
von macht das Blatt, N0. 15, welches sich auch zugleich durch 
die Ausführung besonders auszeichnet. In einem,'sein eignes Bild- 
niss darstellendes Blatt, N0. 31„ hat er offenbar die Weise des 
Rembrandt nachzuahmen gesucht, doch nicht mit besonderem Erfolg, 
die Zeichnung ist im Munde schwach, die Arbeit hart. 
Jan Both, geboren 16l0(?) zu Utrecht, gestorben 1650  
lernte die Malerei bei Abraham Bloemart, reiste indess schon früh 
mit seinem Bruder Andreas nach Italien, wo er einen grossen Ein- 
fluss des Claude erfuhr und sich fast aussehliesslich der Darstellung 
italienischer Natur hingab. Von allen holländischen Malern dieser 
Richtung ist er bei weitem der ausgezeichnetste. Er fasste diese 
herrliche Natur mit vielem Gefühl für ihre malerischen Reize auf 
und machte auch fleissig Studien nach derselben. Dabei ist er ein 
tüchtiger Zeichner, und versteht die Wirkungen der italienischen 
Abendsonne, welche alle Gegenstände in ihr goldiges Licht taucht, 
in dem zartesten Duft der Fernen meisterlich wiederzugeben. Eine 
geistreiche und freie Pinselführung in einem guten Impasto voll- 
enden endlich den Reiz seiner Bilder, welche meist von seinem 
Bruder Andreas in sehr glücklicher Weise durch Menschen und Thiere 
belebt werden. Gelegentlich tritt indess auch Poelenburg für ihn 
ein. Dabei beherrscht er mit gleicher Meisterschaft Bilder von sehr 
grossem, wie von sehr kleinem Maassstabe. Dessungeachtet lässt 
sich nicht leugnen, dass seine Bilder durch eine gewisse Einförmig- 
keit der Composition etwas Ermüdendes haben. In der Regel wird 
diese durch einige hohe Büume im Vorgrunde, eine Reihe von 
hohen Felsgebirgen, welche staffeltijrmig, einer vor dem anderen 
vortretend, sich bis in eine weite Ferne ziehen, und eine grosse, 
sich zu deren Füssen ausbreitende, Ebene, gebildet. Gelegentlich 
gesellt sich hierzu ein Wasserfall, oder ein stilles Wasser. Nur 
ausnahmsweise malte er Ansichten bestimmter italienischer Gegen- 
den, z. B. eine Ansicht des See's von Bolscna, oder von Ponte 
Molle. In manchen Bildern artet auch der warme Ton in ein un- 
angenehmes und sehr einförmiges fuchsiges Roth aus. Bisweilen 
hat endlich der Vortrag etwas Kleinliches, besonders bei leichten 
Bäumen, welche dadurch ein silhouettenartiges Ansehen bekommen. 
Bei seinem miissigen Lebensalter, bei der sorgfältigen Ausführung 
seiner Bilder, von denen ziemlich viele von ansehnlichem Um-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.