Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262172
Epoche von 1600 bis 1690. 
215 
Schweiz gemacht hat. Ein Theil seiner Landschaften, häufig mit 
hohen Gebirgen, sind die Früchte dieser Studien. Andere stellen 
die vaterländische Natur dar. Besonders fühlte er sich von der 
malerischen Wirkung des hochstämmigen Waldes in der Nähe des 
Haags, bei eintretenden Sonnenlichtern, angezogen. Wenn schon 
die Bilder der ersten Klasse durch eine gute Zeichnung, eine grosse 
Klarheit der meist warmen Färbung und eine sehr iieissige Durch- 
führung, sehr ansprechen, so kommt bei denen der zweiten noch 
das poetische Gefühl eines luftigen Waldes und die überraschendste 
Wahrheit hinzu. Seiner Schwäche im Zeichnen von Menschen und 
Thieren wurde bald von A. van de Velde, bald von J. Lingelbach 
abgeholfen. Dass seine Bilder so selten sind, ist nach Smith zum 
Theil dem Umstande zuzuschreiben, dass er viele grosse Malereien 
in dekorativer Weise zum Schmuck der Zimmer ausgeführt hat. 
Von der ersten Art seiner Bilder befindet sich ein gutes Beispiel 
unter N0. 892, im Museum zu Berlin. In einem klaren YVasser 
spiegeln sich bei einer warmen abendlichen Beleuchtung alle Ge- 
genstände. Im Hintergrunde ein Gebirge. Verschiedene Menschen 
und Thiere rühren von A. van de Velde her. Tretfliche Bilder 
der zweiten Art sind: eine Reihe von hochstämmigen Eschen, 
welche sich längs des Ufers eines klaren Wassers hinziehen, mit 
einer reichen Staifage von A. van de Velde, N0. 103, des Museums 
zu Amsterdam.  Bei einer Gruppe hoher Bäume zieht sich 
eine durch Figuren von Lingelbach belebte Landstrasse hin, N0. 1388, 
der Dresden er Gallerie.  Das Holz bei dem Haag, worin Jäger 
auf den Statthalter von Holland warten, welcher in einem sechs- 
spännigen Wagen anlangt. N0. 386, Cabinette, der Gallerie zu 
München. Endlich an Grösse alle diese übertretfend, dasselbe 
Gehölz bei warmer Abendbeleuchtung, mit einer Hirschjagd von 
J. Lingelbach, in der Eremitage zu St. Petersburg. Von den, 
mir von J. Hackaert in England bekannten Bildern befindet sich 
eine gebirgigte Landschaft der ersten Klasse in der Sammlung des 
Marquis von Bute. Ein herrliches Werk der zweiten Art, jenes 
Holz bei dem Haag mit einer Jagd von Nicolaus de Held, Stockade 
in Staffordhouse. 
Dieser Meister hat auch sechs Blätter im Geschmack des 
Waterloo radirtf ist indess weit hinter jenem zurückgeblieben, 
 
Bartsch, 
Le Peintre g-ruveur Th. 
237.
        

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