Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262142
212 
Buch. 
Kapitel. 
der Klarheit der Farbe steht er ihm näher als die meisten anderen 
dieser Klasse. In öffentlichen Sammlungen wüsste ich von ihm nur 
in dem Museum von Rotterdam zwei Bilder, die Ansicht einer 
Sehleusse in Amsterdam und das Innere eines Waldes, nachzuweisen. 1 
WVohl aber befindet sich von ihm in der Sammlung von Thomas 
Baring in London eine treffliche Landschaft mit einem dunklen 
Wasser im Vor- und einer sonnigen Beleuchtung im Mittelgrunde. 
Jan Looten, wahrscheinlich in Amsterdam geboren, lebte 
lange Zeit in England, wo er auch i. J. 1,681 gestorben ist. Er malte 
vorzugsweise felsigte Gegenden, gelegentlich aber auch Wälder 
und englische Parks. Er zeigt in den Oompositionen ein nicht ge- 
wöhnliches Geschick und seine gut gezeichneten Bäume haben viel 
Wahrheit, auch ist seine Ausführung in einem gewandten Vortrage 
sehr fieissig. Durch eine einförmig schwärzliche wird, schwere Färbung 
thut er indess der Wirkung seiner Bilder einen grossen Abbruch. 
Die einzige Gallerie, in welcher ich ein Bild von ihm kenne, ist 
die zu Berlin, No. 941. In dieser gebirgigten Landschaft von an- 
sehnlicher Grösse sieht man zwischen, mit starken Eichen bewachse- 
nen Hügeln, eine Hirschjagd. Es ist: Jan Looten 1659 bezeichnet. 
Cornelis Dubois, welcher um 1622 in Antwerpen geboren, 
1699 in England gestorben ist, verräth in seinen, den Einfluss des 
Ruysdael und Everdingen athmenden Bildern ein sehr reines Natur- 
gefühl und eine klare Farbe. Im Museum von Berlin findet sich 
von ihm eine, O. D. Bois bezeichnete, bergigte Landschaft mit 
einem Strom, von grossem Verdienst. 
Jan van der Hagen, geboren im Haag 1635(?) ist ein 
Maler, welcher selbständiger, als die vorigen erscheint, indess doch 
ebenfalls einen starken Einfluss von Ruysdael verräth. Er- malte 
vorzugsweise, meist von einem ziemlich hohen Augenpunkt, An- 
sichten von Gegenden, welche ein Fluss durchströmt, an dessen 
Ufern sich Häuser und Bäume beünden, und welche von Menschen 
und Thieren belebt werden, gelegentlich aber auch bergigte, oder 
hügeligte, reich" mit Bäumen bewachsene Landschaften. Seine Bilder 
haben das Verdienst einer grossen Wahrheit in allen Einzelheiten, 
leiden aber meiSt an einer dunklen und schweren Färbung. Die 
sehr fieissige Ausführung führt öfter gewisse Härten herbei und 
artet bisweilen in das Kleinliche aus. Das beste, mir von diesem 
Burger , 
les Musäes de 1a Hollande Th 
292.
        

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