Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262121
210 
Buch. 
Kapitel. 
Zeichnung, einen ähnlichen Gegenstand und Behandlung, als das 
Gegenstück ausweisende, Bild in der Sammlung des Herrn Holford, 
wofür derselbe die Summe von 3000 Pfund Sterling bezahlt hatß  
Ein gutes Beispiel jener warm beschienenen Bauernhäuser und 
Bäume ist in der Sammlung von Thomas Baringß  Ein noch 
schöneres, mit dem Namen und 1667 bezeichnet, in der Sammlung 
des Herrn Field. 3  Eine Wassermühle von seltner Klarheit, und 
eine Landschaft durch das leuchtende Helldunkel ausgezeichnet, 
befinden sich in der Sammlung des Herrn Wynn Ellisß Das 
berühmteste, eine Mühle darstellende Bild, vordem in der Samm- 
lung von Sasseghem in Gent, nachmals in der Versteigerung der 
Sammlung Patureau von Herrn Banquier Gustav Schulz in Berlin 
für 100,000 Francs gekauft, ist im Jahr 1860 für 105,000 Francs 
in den Besitz des Grafen Morny in Paris übergegangen. Es ver- 
dient allerdings für die energische Wirkung im klarsten, goldigsten 
Ton, für die Wahrheit in der Spiegelung der Mühle im WVasser, 
für die meisterliche Ausführung im gediegensten Impasto, die grösste 
Bewunderung.  Ein anderes Bild desselben Gegenstandes, worauf 
indess die Mühle nicht so die Hauptsache bildet, sondern die Auf- 
merksamkeit mit Häusern und Bäumen und ein Feld mit Garben 
von Korn und einem Dorf in der Ferne theilt, in der Sammlung 
des Lord Overstone in London, gehört ebenfalls zu den schönsten 
Werken des Meisters. Besonders reizend ist der Gegensatz des 
dunklen "Vorgrundes, und der sonnenbeleuchteten Ferne. 5 
Ich handle zunächst noch von einigen untergeordneteren Malern, 
welche, theils als Schüler, theils als Nachahmer, sich meist dem 
Ruysdael, aber auch in manchen Stücken dem Hobbema ange- 
schlossen haben.  
A. V33 Rontbouts, hat etwa um 1660 besonders viel in 
Friesland, bald mehr im Geschmack des Ruysdael, bald mehr in dem 
des Hobbema, mit so grossem Erfolg gemalt, dass, mit Auskratzung 
seines Namens, seine Bilder bald dem einen bald dem anderen 
dieser beiden Künstler beigemessen werden. Er hat indess in seinen 
Compositionen weniger Geschmack, als der erste, weniger Wärme 
und Kraft der Färbung, als der letzte, und ist weniger geistreich 
1 S. Treasures Th. II. S. 202.  2 S. dasselbe Werk S. 111.  3 S. dasselbe 
NV. Th. IV. S. 194.  4 S. dasselbe W. Th. II. S. 297.  5 S. dasselbe Werk 
Th. IV. S. 141,  6 Diese Buchstaben befinden sich auf einem Bilde dieses Mei- 
stets in der Sammlung des Herrn Nicolaus Hutwalker in Hamburg.
        

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