Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262094
Epoche" von 1600 bis 1690. 
2.07 
klare Haltung unvergleichlich. Die Figuren rühren von Wouverman 
her. Es bedarf kaum der Bemerkung, dass die Vereinigung von 
Eigenschaften, welche dem Kunstgeschmack der Engländer so sehr 
zusagen, eine grosse Zahl von Werken des Ruysdael dort vereinigt 
hat. Ich habe in meinen Treasures von etwa 130 Rechenschaft 
gegeben, und kann hier bei dieser Fülle nur bemerken, dass sich 
Bilder von besonderer Schönheit, von allen den oben angegebenen 
Gattungen in folgenden Sammlungen befinden: Sir Robert Peel, 
Bridgewatergallerie, Lord Ashburton, Thomas Baring, Herr Wynn 
Ellis, Herr Fountaine (Norford), Marquis von Bute, Herr Field, 
Lord Overstone, Herr E. Fester, Lord Bnrlington, Sir H. H. Campbell. 
Ruysdael hat auch sieben Blätter in einer sehr geistreicheu 
und originellen Weise mit einer leicht spielenden Nadel radirt. 1 
Meindert Hobbema war ein Zeitgenosse des J. Ruysdael" 
und sicher im Jahr 1669 noch am Leben. Dieses ist alles, was 
man mit Sicherheit von diesem, mit vollem Recht so berühmten, 
Landschaftsmaler weiss. Indessüist es nicht unwahrscheinlich, dass 
er die Kunst bei Salomon Ruysdael gelernt hat, und beweisen seine 
Bilder, dass Jacob Ruysdael auf ihn einen grossen Einfluss ausge- 
übt hat. Obwohl aus dem Umstande, dass, da er selbst in der 
Zeichnung von Menschen und Thieren schwach war, so ausge- 
zeichnete Maler, wie Adriaen van de Velde, Philipp Wouverman, 
Berchem und Lingelbach seine Bilder staffirt haben, hervorgeht, 
dass er von den gleichzeitigen Künstlern sehr geschätzt gewesen sein 
muss, ist er doch offenbar für lange Zeit bei" dem kunstliebenden 
Publikum nicht zu der ihm gebührenden Geltung gelangt, denn sein 
Name findet sich über ein Jahrhundert nach seinem Tode nirgend, 
selbst nicht in den ausführlichsten Künstlerlexicons, erwähnt, und 
während in den Katalogen über die namhaftesten Versteigerungen 
von Bildern in Holland vor dem Jahr 1739 sein Name gar nicht 
vorkommt, wurde in diesem Jahre ein, obgleich als sehr vorzüglich 
gepriesenes, Bild mit nur 71 Gulden bezahlt, und holte selbst noch 
im Jahr 1768 ein Hauptbild von ihm nur 300 Gulden. Die Eng- 
länder haben zuerst den hohen Werth des Künstlers anerkannt, 
wie ich denn verschiedene Bilder von ihm in England kenne, welche 
sich dort schon seit mehreren Generationen befinden. Dadurch, 
dass er in den letzten dreissig Jahren der fashionabelste Maler in 
Bausch, 
Le Peintre gravelzr Th- 
309.
        

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