Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262076
Epoche von X600 bis 1( 
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von der Morgensonne beschienenen Wolken. In diesem, schon 
durch die Grösse, 3 F. 10172 Z. hoch, 5 F. 2 Z. breit, bedeuten- 
dem Meisterwerke, ist das Gefühl des frischen Morgens nicht ohne 
den Anklang einer leisen Melancholie, in schönster Weise ausge- 
sprochen. Namentlich ist die gebrochene Spiegelung im Wasser 
unvergleichlich, der Gcsammtton für Ruysdael ungewöhnlich warm, 
die Behandlung breit und geistreich.  Ein herrlicher Wald von 
Eichen, Buchen und Ulmen, ungefähr von der Grösse des Vorigen, 
N0. 470, im Louvre. Auf einer, von Wasser überflutheten, Strasse 
Hirten mit Vieh von Berchem. In der Mitte eine Durchsicht auf 
ferne Anhöhen. Ein in Kraft, Wärme und Behandlung dem vorigen 
nahe verwandtes Meisterwerk, indess in einigen Theilen minder 
klar und auch in der Haltung durch den zu glühenden Ton der 
Staffage etwas gestört.  Eine gewaltige Eiche und andere Bäume 
spiegeln sich unbestimmt in einem dunkeln, mit Wasserpflanzen 
bedeckten, Wasser im Vorgrunde. Ein Sonnenstrahl bescheint ein 
Kornfeld und eine Wolke, während andere mit Regen drohen. 
Im Besitz von Worcester-College in Oxford. Dieses noch etwas 
grössere Bild, als die vorigen, ist vom tiefsten Naturgefiihl und 
steht auch in der Meisterschaft denselben nicht nach.  Als viertes 
gesellt sich diesen würdig ein Bild in der Sammlung van der 
Hoop in Amsterdam, welches ebenfalls ein Gehölz darstellt und 
durch einen kleinen, mit erstaunlicher Meisterschaft gemalten NVasser- 
fall im Vorgrunde, zugleich den Uebergang zu diesernKlasse von 
Bildern macht. Der Himmel ist hier mehr blau, als gewöhnlich, 
die Wirkung des Lichts im Walde herrlich, die Behandlung an 
Breite und Freiheit jene fast noch übertreifend. Unter den in 
öffentlichen G-allerien befindlichen Wasserfällen zeichnen sich be- 
sonders aus: EiuBild im Haager Museum, N0. 130, besonders 
schlagend in der warmen Beleuchtung, und von sehr ileissiger Aus- 
führung.  Ein Bild, in dessen Ferne das, öfter von Ruysdael ge- 
malte, SChlOSS Bentheim, N0. 269, im Museum von Amgt3rdam_ 
Wunderbar harmonisch in der kühlen Lichtwirkung.  Ebenda, 
N0. 270, eine Landschaft mit Felsen und Wald und einem mächtigen 
Wasserfall. Von grossartig poetischer Stimmung, welche, wie die 
breite Behandlung im trefflichen lmpasto, einen offenbaren Einfluss 
des Everdingen verriith.  Dasselbe gilt auch von dem Wasserfall 
No. 328, der Münchner Gallerie. Die dunkle Regenluftv erhöht 
hier noch das Schaurige des Eindrucks des schäumend über Fels-
        

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