Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262052
Epoche von 1600 bis 1690. 
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darstellende, Bilder erregen aber durch die Zartheit der Abtönung 
in {der Luftperspektive in hohem Grade das sehnsüchtige Gefühl 
der Ferne, und ziehen ebenso durch die feine malerische Empfindung 
an, womit nah und fern, durch einfallende Sonnenblicke und 
Wolkenschatten, Abwechslung in die Fläche gebracht worden ist. 
Oft aber findet er auch daran Gefallen, uns ein bewegtes Erdreich, 
selbst" gebirgigte Gegenden mit schäumenden Wasserfällen, worin 
er mit seine grössten Triumphe feiert, darzustellen, Selten ein 
kahles Felsengebirge, an dessen Fuss ein dunkler See, welche 
Bilder das Gefühl einer erhabenen Einsamkeit athmen. In der 
Zeichnung von Menschen und Thieren war er schwach, so dass 
ihm gelegentlich andere Meister, besonders A. v. de Velde und 
Berchem aushalfen. Da Ruysdael nur in sehr wenigen Fällen seine 
Bilder mit der Jahrszahl bezeichnet hat, und er schon früh zu 
.seiner vollen Ausbildung gelangt ist, kann man die Zeitfolge, worin 
sie gemalt worden,  in den meisten Fällen nicht bestimmen. Ver- 
schiedene seiner Bilder beweisen indess durch die ausserordentliche 
Genauigkeit, womit alle Gegenstände, Bäume, Kräuter, das ganze 
Erdreich, im Einzelnen! ausgeführt sind, durch eine grosse, an 
Härte grenzende Bestimmtheit der Formen, durch eine mindere 
Freiheit in der Pinselführung, und durch weniger Feinheit in der 
Luftperspektive, dass sie seiner frühen Zeit angehören. Beispiele 
dieser Art in öffentlichen Gallerien sind: ein hie und da mit Bäumen 
bewachsener Hügel, an welchem zwei Bauernhäuser liegen und 
sich ein stilles Wasser hinzieht, im Museum zu Berlin, N0. 885. 
 Eine gebirgigte Landschaft mit den Ruinen eines Klosters, 
N0. 1375, in der Dresdener Gallerie.  Sehr nahe schliesst sich 
diesen ein Gehölz an, welches von einem Sonnenstrahl erhellt wird 
und eine Landstrasse, worauf ein Wanderer mit 3 Hunden, N0. 471, 
im Louvre. Von der grossen Zahl der treiflichen Bilder aus seiner 
vollendeten Zeit kann ich für jede der verschiedenen Gattungen nur 
reinige Hauptwerke anführen. Von jenen Weitsichten besitzt das 
Museum im Haag, N0. 132, eine Uebersicht der Gegend von 
Haarlem, welches klein am Horizont erscheint, von der Seite von 
Overveen gesehen. Im Vorgrunde eine Bleiche. Einige Häuser 
erinnern in der Art, wie sie angebracht sind, an Hobbema. -Der 
Hauptton ist kühl, die Luft von seltner Schönheit, die Ausführung 
wunderbar fein.  Eine Hache Gegend, worin kein Weg zu einem 
Dorfe führt, an demselben Felder mit Garben, N0. 1376, der
        

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