Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1262018
Epoche von 1600 bis 1690. 
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bekannten Künstlern erlernt, in jungen Jahren eine Reise durch 
Frankreich, erhielt darauf noch den Unterricht von Esajas van de 
Velde und liess sich in Leyden nieder. Er fasste die Natur seines 
Vaterlandes mit einer ausserordentlichen Treue auf und war ein 
trefflicher Zeichner, indess ein schwacher Oolorist, so dass, die 
Mehrzahl seiner Bilder durch den allgemeinen Ton eines blassen 
und" fahlen Grüns wenig ansprechen. Die ausserordentliche Leichtig- 
keit seines geistreichen Vortrags verführte ihn überdem häufig zu 
einer flüchtigen und skizzenhaften Behandlung. Das in Holland so 
.allgemein verbreitete Element des Wassers spielt häufig in seinen 
Bildern eine wichtige Rolle. Seine besten Bilder zeichnen sich 
"indess durch eine entschiedene Beleuchtung und eine lebhaftere 
Färbung aus. Von dieser Art ist ein Bild von ihm im Louvre, 
N0. 181, vom Jahr 1653, ein Dorf an einem, durch ein Segelboot 
und eine Fähre mit Menschen und Vieh belebten, Kanal. Auch 
eine Ansicht des, jetzt abgebrochenen, römischen Kastells, der 
Valkenhof, mit einem Theil der Stadt Nymwegen, im Museum zu 
Amsterdam, N0. 97, gehört zu seinen ausgezeichneten Arbeiten, 
und ebenda, N0. 96, ein holländischer Kanal mit Schiffen, an 
welchem Häuser liegen, vom Jahr 1645, nur dass das Wasser von 
schwerbraunem Ton ist. Durch den sehr ansehnlichen Umfang, 
wie durch die Schönheit, zeichnet sich die Ansicht eines Kanals, 
an dessen Ufer ein mächtiger Thurm liegt, in der Eremitage zu 
St. Petersburg aus. In der Gallerie zu Dresden hat man Ge- 
legenheit diesen Meister. welcher dadurch, dass er zuerst eine Art 
der Auffassung der holländischen Natur aufgebracht, worin nach ihm 
die grössten Landschaftsmaler der Schule, ein Jacob Ruysdael, ein 
Hobbema, gearbeitet haben, in der Kunstgeschichte von grosser Be- 
deutung ist,1 No. 1070-1073, nicht allein in seiner gewöhnlichen 
Form, sondern auch als Maler von Winterlandschaften, und See- 
stücken kennen zu lernen. 1 
Salomon Ruysdael, geboren 1610 zu Haarlem, gestorben 
1670, war ein Schüler des Jan van Goyen, und diesem in seinen 
guten und schlechten Eigenschaften sehr verwandt. Indess ist er 
in seinen Compositionen, welche meist Ansichten von holländischen 
Kanälen, woran sich Häuser und Bäume, vorzüglich Weiden, hinziehen, 
1 Dieser, meines Wissens zuerst von Herrn W. -Burger außgeäpmßhellell A11- 
sicht (Musöes de 1a Hollande Th. I. S. 149), stimme ich durchaus bei.
        

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