Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261963
194 
Buch. 
Kapitel. 
Ihm sehr nahe kommt ein in Gegenstand und Grösse ähnliches- 
Bild in der Bridgewatergallerie. 1 Obwohl nicht so gross, so steht 
doch eine Ansicht von Dortrecht in der Sammlung des Herrn Hol- 
ford in London auf gleicher Höhe? Die allgemeine Helligkeit 
ist hier so gross, dass man sagen kann, es ist Licht in Licht ge- 
malt.  Als viertes schliesst sich diesen würdig ein Bild ähnlichen 
Gegenstandes in der Sammlung von Thomas Baring an. Das beste, 
mir von A. Cuyp bekannte, Bildniss in Lebensgrösse ist das eines 
Mannes in einem Sammetrock mit weissem Kragen in der Samm- 
lung des Lord Ashburton. Die Auffassung ist sehr lebendig, die- 
Färbung zwar minder klar, aber ebenso warm und kräftig, wie 
bei Rembrandt. Als Maler von Federvieh erscheint er sehr 
zu seinem Vortheil in einem Hahn und einer Henne in der 
Münchner Gallerie, N0. 443, Cabinette. Mit der YVahrheit des 
Hondekoeter ist hier eine ungleich klarere und leuchtcndere Fär- 
bung verbunden. Von seinen Stillleben ist das schönste mir be- 
kannte Bild eine Art Frühstück in der Sammlung Suermondt in 
Aachen, dessen Glanzpunkt ein Taschenkrebs bildet. 
Pieter Molyn, geboren um 1600, gehörte zu den frühsten, 
Landschaftmalern, welche dieses Fach in der ganz freien und aus- 
gebildeten Kunstform anbautcn. In seinen Bildern spielen zugleich 
Menschen und Thiere eine namhafte Rolle. Er war ein guter 
Zeichner und stellte hügelichte, oder flache Gegenden mit grosser 
Wahrheit dar. Seine Färbung ist sehr warm und kräftig, seine 
Lüfte von grosser Klarheit, sein Vortrag so breit und leicht, dass 
er öfter in das zu Unbestimmte und Skizzenhafte ansartet. Bilder 
von ihm kommen in den Grailerien sehr selten vor. Das Museum 
zu Berlin besitzt von ihm eine reich bewachsene Anhöhe mit 
zwei Bauernhäusern und einem Geländer, an derem Fusse sich auf  
einem Wege Reisende zu Fuss und zu Pferde befinden, mit der 
Bezeichnung P. MOL. Es ist von sehr kräftiger Wirkung. Die 
Pferde sind in der Art, wie bei Pieter van Laer, von gemeiner 
und schwerfälliger Raee und noch dazu schwach gezeichnet. Pieter 
Molyn hat vier, von Figuren belebte, Landschaften, deren eine 
1626 bezeichnet ist, mit einem reinen Naturgefühl und mit künst- 
lerischer Einsicht in einer einfachen, etwas derben, Weise radirtß 
1 S. Kunstwerke und Künstler in England Th. I. 
I1. S. 202.  3 S. Bartsch, Le peintre graveur Th. 
Treasures
        

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