Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261891
Epoche von 11 
100 bis 
187 
Klarheit, und eine Reitschule, N0. 18.3, an, worin er in der That 
dem'Wouverman sehr nahe kommt. Unter vier Bildern in der 
Gallerie im Haag zeichnet sich besonders der italienische See- 
hafen vom Jahr 1670 durch eine für Lingelbach ungewöhnliche 
Kraft und Wärme aus. Ebenso vortrefflich ist ein Gemüsemarkt 
im Louvre, N0. 270, von demselben Jahr, sowie ein Seehafen, 
No. 211. 
Ich gehe jetzt zu den Malern über, welche fast ausschliesslich 
wilde Thiere und Hunde, tlieils im Kampf, theils in Ruhe, theils 
lebend, theils todt, gemalt haben. 
Abraham Hondius, geborenzu Rotterdam 1638, arbeitete 
längere Zeit in England und starb zu London 1695. Von seinen, 
von den englischen Schriftstellern Vertue und WValpole gerühmten 
Bildern, einem Hundernarkt, worauf sich dreissig verschiedene Arten 
von Hunden befanden, einem Stiergefeeht u. s. w., habe ich in 
England nichts zu sehen bekommen, auch ist mir mit Ausnahme 
der Gallerie der Eremitage zu St. Petersburg, welche von ihm 
vier grosse Gemälde, zwei Hirsciijagden, eine Sau- und eine Bären- 
jagd, besitzt, kein Bild von ihm, in den Gallerien Europas welche 
ich gesehen, bekannt. Ein-e grosse Jagd, worauf eine Bache mit 
ihren Ferkeln, welche sie gegen Hunde vertheidigt, befindet sich 
im Museum zu Rotterdam. 1 Nach obigen Bildern muss ich indess 
dem Urtheil von Pilkington beipllichten, dass sie zwar mit vielem 
Feuer erfunden, aber wenig correct in der Zeichnung, nnwahr 
und buntin der Färbung, hart und dekorativ in der Behandlung 
sind. Ungleich mehr zu seinem Vortheil erscheint er in seinen, 
sehr seltnen Radirungen, deren Bartsch? neun beschreibt. ln diesen, 
welche Thiere in Ruhe, Kämpfe derselben unter einander, z. B. 
zwischen einem Auerochsen und einem Leopard, einem Löwen und 
einer Schlange, oder Jagden darstellen, zeigt er eine geistreiche, 
wenngleich flüchtige Nadel. Am meisten zeichnet sich durch Grrösse 
und durch Feuer der Eriindung, N0. 9 aus, eine Buche, welche 
sich und ihre Ferkel gegen eine Meute von Hunden vertheidigt, 
vielleicht die Oomposition des obigen Bildes. Auch ein zehntes, 
Bartsch nicht bekanntes, Blatt, ein WVolf, welcher sich gegen zwei 
Hunde wehrt, verdient eine rühmliche Erwähnung. 
Ja n We enix, geboren zu Amsterdam, 1644, gestorben ebenda 
1 S. Burger, les Musäes de 1a Hollande 
Peintre gravcur Th. Y. S. .312 etc. 
314 f. 
Bartsch 
Le
        

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