Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261869
184 
Buch. 
Kapitel. 
hüglichten Landschaft auf einer Anhöhe eine Hirtin, mit einem 
Milcheimcr, zwei Hirtenknaben, eine Kuh und fünf Schafe vor. 
Es hat in der Composition etwas sehr Ungeschicktes, und ist auch 
in der Zeichnung nicht fest, aber in einem tüchtigen Impasto und 
sehr kräftiger Farbe mit einer an Flüchtigkeit grenzenden Freiheit 
behandelt.  
In den beiden folgenden Meistern lässt sich besonders in dem 
schweren und kühlen Ton auch in dieser Gattung ein Sinken der 
Schule wahrnehmen. 
Jan van der Meer de jonge, blühte etwa von 1675-1688. 
Er hatte ein sehr reines Naturgefühl, und vorzugsweise ein gründ- 
liches Studium der Schafe gemacht, welche daher den Hauptgegen- 
stand in seinen Landschaften bilden. Dabei ist sein Vortrag frei, 
seine Ausführung ileissig. Er kommt in den Gallerien selten vor. 
In drei Bildern im Museum zu Berlin kann man ihn indess voll- 
ständig kennen lernen. In dem einen, N0. 931, von 1679 datirt, 
treibt ein, Hirtenknabe seine Heerde einher, auf dem zweiten, 
N0. 930, von 1680 datirt, ist ein solcher mit seiner Heerde ruhend 
dargestellt, das dritte, No. 927, sehr kleine, eine gebirgigte Land- 
schaft, zeigt einen sehr zarten, miniatnrartigen Vortrag. Allen 
aber ist ein kühler und schwerer Gesammtton gemeinsam. Eine 
andere Landschaft mit Vieh, mit 1688 bezeichnet, besitzt das 
Museum zu Rotterdam. Er hat mit grosser Meisterschaft zwei 
Blatt, deren jedes ein Schaf vorstellt, und zwei kleine Landschaf- 
ten, radirt. ' 
Simon van der Does, geboren 1653, gestorben 1717, ge- 
hört. entschieden zu den Nachahmern der italienischen Natur, und 
spielen bei ihm auch die Menschen eine bedeutendere Rolle, als 
bei dem vorigen Künstler, dem er indess im Naturgefühl und in 
der Gründlichkeit der Durchführung nachsteht. Auch er kommt 
selten in den Grallerien vor, doch lernt man ihn aus drei Bildern 
im Museum zu Amsterdam vollständig kennen. Das eine, N0. 62, 
von 1706, enthält ausser einigem Vieh ein Hirtenmädchen, welches 
mit einem jungen Hirten zuIsingen scheint. Es ist von sehr guter 
Haltung, doch der Vortrag geleckt. Das zweite, N0. 63, vom Jahr 
1708, worauf eine Frau mit einem Kinde an der Brust, ist schon 
minder ileissig. Das dritte, N0. 67, vom Jahr 1714, worauf sich 
1 S. über die ersten beiden Bausch, im angeführten Werk 
über die letzten, die Nachträge von Weigel S. 30.
        

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