Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260068
Buch. 
haben gelegentlich einen IiQVGlIBIIRTÜigGII, immer aber den Reiz, 
in ein behagliches und sorgenfreies Dasein zu blicken. Bald wird 
ein Familiinconzert gemacht, bald! der Hausarzt befragt, bald ist 
die Aufmerksamkeit auf einen zierlichen Wachtelhund, oder einen 
Papagei gerichtet, oder wird von einem Besuch, oder der Toilette 
irffAnspruch genommen. Andere Maler fanden sich mehr von dem 
zwangloseren, und, bei grösserer Beschränktheit, doch glücklichen 
Leben und Treiben der kleinen Bürger und_Landlente angesprochen. 
Wirä sehen diesedahxer nieist in gemüchlichem Zusammensein, wie sie 
sich bei Slgeis und Trank, "oder durch Tanz und Spiel die Zeit 
vertreiben, gelegentlich aber auch, wie sie fdabeijin Hader gera- 
then. Häuüg spricht sich in solchen Bildern ein ergdtzlicher Humor 
aus. Wieder andere Maler wendeten sich der Darstellung des 
Yjehs, Welches sich ihren Augen auf den fetten, unabsehbaren 
Wiesen ihres Vaterlands in seltner Schönheit darbot, in Verbindung 
mit der umgebenden Landschaft, zu. Solche Bilder bringen in 
hohem Grade das Gefühl des stillen, friedlichen Glücks des Land- 
lebens hervor. Noch andere Maler aber machten die Landschaft 
zur Hauptaufgabe. Diese beweisen ganz besonders die grosse 
Macht dermKunst. Denn, wie einförmig auch die Natur ihres 
Vaterlandes ist, so wussten sie doch ihren Bildern durch Tiefe des 
Gefühls, durchqdie grösste Wahrheit, durch eine glückliche Wahl 
des Standpunkts, durch die Verschiedenheiten der Tageszeit, der 
Beleuchtung und des Wetters, eine solche Mannigfaltigkeit und 
einen so grossen Reiz zu geben, dass ihre Landschaften für den 
gebildeten Kunstfreund auf durchaus gleicher Höhe mit den Bildern 
eines Claude Lorrain und eines Gaspar Poussin stehen, welche uns 
doch die gewähltesten Motive der so wunderschönen italienischen 
Natur vor Augen führen. Die Bilder einiger, sonst tretflicher, 
holländischer Maler, welche ebenfalls diese Natur behandeln, stehen 
aber, weil sie nicht jene Tiefe und Reinheit des Naturgefühls 
athmen, den Darstellern der so bescheidnen, vaterlälldisßllßn Natur 
unbedingt nach. Sehr begreiflicher Weise machten wieder andere 
Maler die See und die Schiffe zum Hauptgegenstand ihrer Kunst. 
Waren De? ja doch die ruhmvolleu Kämpfe und der lebhafte Ver- 
kehr auf dem nassen Element, welchen sie vornehmlich ihre poli- 
tische Stellung, wie ihren grossen Reichthum, verilankten. Auch 
hierbei erscheint ihre Kunst ebenso zu ihrem Vortheil, wie bei den 
Landschaften. Die einförmige Fläche des Meers erhält nicht allein
        

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