Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261840
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Buc] 
Kapite 
erscheint.  Ausnahmsweise hat er den Silberton schon in einer 
Landschaft, worin ein Bauer in seinem Ilause Getreide schwingt, 
vom Jahr 1655, im Museum zu Amsterdam, N0. 163, in An- 
wendung gebracht.  In einer Landschaft, im Louvre, N0. 249, 
vom Jahr 1660, herrscht vollends ein fahler Ton vor und haben 
nur noch die Figuren, eine Frau mit einem Kinde auf einem ein- 
spiinnigen Karren, und andere Personen, welche ein Wasser pas- 
siren, noch einen warmen, aber sehr hellen Ton.  In seiner 
Kreuzigung, N0. 242, vom Jahr 1661, waltet schon der kühle Ton 
vor. In der Haltung, dem Helldunkel, der Delikatesse der Aus- 
führung, erscheint hier der Künstler von seiner vortheilhaftesten 
Seite, so wenig das Bild auch in seinem geistigen Gehalt befrie- 
digt.  Fein in der Zeichnung, aber von entschieden kühlem Ton 
ist er in seinem 1682 gemalten, eignen Portrait, N0. 158, im Mu- 
seum zu Amsterdam, noch kälter aber in einem Regentenstück, 
ebenda No.160, vom Jahr 1669, welches fünf Personen in Lebens- 
grösse und in ganzer Figur darstellt. Es ist mit Geschmack ange- 
ordnet, gut gezeichnet und sehr tieissig ausgeführt. Die weissen 
Marmorskulpturen des Hintergrundes zeigen den nicht glücklichen 
Einfluss des G. Lairesse.  Von einer wahrhaft abschreckenden 
Kälte, und daher wahrscheinlich noch später gemalt, ist endlich 
das Portrait von G. Reynst, des Hauptbeschützew des Künstlers, 
ebenda N0. 1.59, und hiermit stimmt auch die elegante Auffassung 
sehr wohl überein. Dass er indess auch in seiner späteren Zeit 
gelegentlich zu einem etwas wärmeren Ton zurückkehrte, beweist 
seine sehr reiche und Heissige italienische Landschaft, N0. 69, im 
Haager Museum, vom Jahr 1673.  Ein Hauptbild endlich, worin 
er den silbernen Ton zu besonderer Feinheit ausgebildet hat, ist 
eine Landschaft im Louvre, No. 245, worauf ein Hirtenknabe unter 
grossen Bäumen mit seinem Hunde spielt, während zwei Pferde, 
eine Kuh, ein Kalb und Schafe in sehr malerischer NVeise auf der 
Wiese vertheilt sind. Nächst der Gallerie des Louvre ist keine 
an Gemälden dieses seltnen Meisters so reich, als die Eremitage 
zu St. Petersburg. Verschiedene derselben gehören Zu Seinen 
gewähltesten Arbeiten. So einige Kühe auf der Weide: W11 
denen die eine von einer Frau gemolken wird, mit einer hüg- 
lichten Ferne.  Zwei Kühe, eine Ziege, zwei Schafe, ein Esel 
und ein Hund gehen unter dem Schirme eines Hirten durch 
eine Furth.  Drei Ochsen, drei Schafe und ein Lamm auf der
        

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